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Traditionsreiches Label Nicht jeder will Energiestadt sein

Seit 20 Jahren trägt Wil den Titel Energiestadt. Die Verantwortlichen sind begeistert von diesem Label. Das gilt aber nicht für alle Gemeinden.

Das Label: Um Energiestadt zu werden, muss eine Gemeinde mindestens 50 Prozent der Punkte aus einem Massnahmenkatalog erfüllen. Beispielsweise den Wasserverbrauch in den gemeindeeigenen Gebäuden senken oder den Anteil an erneuerbaren Energien erhöhen. In der Schweiz ist etwa jede fünfte Gemeinde Energiestadt. In der Ostschweiz und Graubünden tragen rund 90 Gemeinden und Städte den Titel Energiestadt.

Karte mit eingefärbten Energiestädten
Legende: Viele Gemeinden und Städte in der Ostschweiz haben ein Energie-Label. zvg geo.admin.ch

Wil ist überzeugt vom Label: Die Stadt Wil ist seit 20 Jahren Energiestadt. Das Label habe einiges ausgelöst, so etwa auch die aktuellen Pläne, Teil eines Fernwärmenetzes zu sein. Das Label vereinfache so ein Projekt, sagt Stefan Grötzinger von der Stadt Wil. Den Leuten sei dadurch bewusst, wie wichtig solche Projekte für die Stadt seien.

Weniger Begeisterung in anderen Gemeinden: Immer wieder verzichten einzelne Gemeinden auf eine Rezertifizierung. So etwa die Oberengadiner Gemeinde Samedan vor einigen Jahren. Oder Rheinau im Kanton Zürich. Dort wurde vor rund einer Woche bekannt, dass man künftig auf das Label verzichtet.

Karte von graubünden
Legende: Im Kanton Graubünden haben deutlich weniger Gemeinden ein Energie-Label. zvg geo.admin.ch

Kritikpunkte sind oft dieselben: In Rheinau etwa hiess es, das Label bringe zu wenig und sei zu teuer. So kostet der Titel Energiestadt jährlich etwa 2'600 Franken, die Rezertifizierung alle vier Jahre bis zu 12'000 Franken.

Es kommt auf die Gemeinde an: Der WWF Schweiz hat das Projekt rund um die Labelvergabe von Anfang an begleitet. Vom WWF heisst es, ob das Label etwas bringe oder nicht komme auch darauf an, ob die Einwohner dahinterstehen. Elmar Grosse Ruse vom WWF sagt aber auch: «Beim Label gibt es heute keine Ausschlusskriterien. Es kann also sein, dass eine Gemeinde fleissig an einer Gasleitung baut und trotzdem Energiestadt ist.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von b. glaset (glaset)
    Das ist ein Beispiel von Zertifizierungswahn, ohne den viele meinen, es gehe heute nicht mehr. Aber der Wahn kostet, in diesem Fall den Steuerzahler. Fakt ist doch, wenn irgendwo in den Gemeinden irgendwas Neues gebaut oder altes ersetzt wird, können von Gesetzteswegen gar keine Energieschleudern verbaut werden. Dafür brauchen wir definitiv keine überteuerten Zertifikate zu kaufen, notabene mit Steuergeldern.
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