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Umstrittene Steinbock-Jagd Geschützt und trotzdem gejagt

  • Der Steinbock gehört zu den geschützten Tierarten. Trotzdem darf er in der Schweiz bejagt werden.
  • Im Kanton Appenzell Innerrhoden erhalten nur wenige Jäger eine Bewilligung, damit sich die Jagd nicht auf den Bestand auswirkt.
  • Entsprechend begehrt ist die Steinbock-Jagd für Jäger. Tierschützer sind empört.
Legende: Video «Gitz, Gitz, Gitz...!» Im Alpstein auf Steinbock-Jagd. abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus SRF News vom 12.11.2018.

«Gitz, Gitz, Gitz...!» Plötzlich steht der Jäger nur Meter vor dem gejagten Steinbock. Der Schuss sitzt. Der Juchz des stolzen Jägers auch.

Prestigeträchtige Trophäe

Rund 1000 Steinböcke werden in der Schweiz jedes Jahr erlegt, obwohl die Tierart geschützt ist. Die Kantone müssen die Jagd auf den Steinbock jedoch einschränken, damit sich der Bestand nicht reduziert.

Im Kanton Appenzell Innerrhoden zum Beispiel wird ausgelost, welche Jäger sich auf die Steinbockjagd begeben dürfen. Der kantonale Jagdverwalter legt genau fest, welche Tiere von den Jägern gejagt werden dürfen.

Jedes Jahr gibt er sieben bis neun Steinböcke zum Abschuss frei. Mehr als 20 Jäger bewerben sich jeweils für die prestigeträchtige Jagd. Das Steinbock-Horn gehört zu den begehrtestenTrophäen unter Schweizer Jägern.

Pietätlos oder notwendig?

Eine vehemente Gegnerin der Steinbockjagd ist Marion Theus. Sie ist Präsidentin des Vereins Wildtierschutz Schweiz und sagt, es gehe den Jägern um die Steinbockhörner, die sogenannte «Trophäe». Schliesslich müssten Steinböcke nicht reguliert werden, und ihr Fleisch sei auch nicht besonders wertvoll. Die Steinbock-Jagd sei pietätlos, findet Theus. Sie hänge schliesslich auch nicht ihre verstorbene Grossmutter bei sich zu Hause an die Wand.

Der Jagdverwalter des Kantons Appenzell Innerrhoden, Ueli Nef, verteidigt die Jäger. Im Appenzell hätten die Steinböcke nicht unendlich viel Platz, deshalb müssten sie bejagt werden. «Der Jäger nutzt das Fleisch und das Fell. Warum soll er die Trophäe nicht präparieren, bei sich an die Wand hängen und sich noch jahrelang daran erfreuen?», fragt der Jagdverwalter.

Internationale Studien zeigen, dass sich die Steinbock-Jagd nicht negativ auf die Population des Steinwildes auswirkt. Ein Nutzen der Jagd ist aber ebenfalls nicht erwiesen.

Heute in «Schweiz aktuell»

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Mehr dazu sehen Sie in der Sendung «Schweiz aktuell» um 19.00 Uhr auf SRF 1.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic (Alex)
    Wenn es im Gesetz geschrieben steht dass es verboten ist Steinböcke, Rehe, Wildschweine, Wölfe, Hasen und Füchse zu jagen, dann muss das auch eingehalten werden! Wer sich nicht daran hält muss halt ins Gefängnis!
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  • Kommentar von Leo Degelo (Leo Degelo)
    Da die Steinböcke als sehr "auswanderungsresistent" gelten, also nicht gerne neue Lebensräume von selbst besiedeln, wäre es doch interessant mal bei einem Bestand auszuprobieren wie sich denn keine Jagd auf die Dauer! auswirkt.
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  • Kommentar von Franz Keller (franzke)
    ich verstehe die Aufregung wirklich nicht. in der Schweiz jagen, vergiften oder überfahren wir ja auch sonst alles. Biodiversität gibt es bei uns schon lange nicht mehr. aber vergessen wir nicht, die Natur wird eines Tages zurück schlagen.
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