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Universität St. Gallen «Das schadet ganz bestimmt der Reputation»

Legende: Audio Rektor in Zukunft ohne Nebenbeschäftigung abspielen. Laufzeit 07:44 Minuten.
07:44 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 21.09.2018.

Spesenskandal, der Rücktritt von Uni-Professor Johannes Rüegg-Stürm als Verwaltungsratspäsident von Raiffeisen und nun die Kursmanipulationen von Rektor Thomas Bieger bei den Aktien der Jungfraubahnen - die Universität St. Gallen kommt in diesem Jahr nicht zur Ruhe. Erstmals nimmt der St. Galler Bildungsdirektor und Präsident des Universitätsrates Stefan Kölliker (SVP) Stellung zu den Vorwürfen und zum Reputationsschaden.

SRF News: Stefan Kölliker, seit Frühling gab es mehrere Negativschlagzeilen rund um die Universität St. Gallen. Wie sehr schaden solche Negativschlagzeilen der Reputation?

Stefan Kölliker: Eine solche Reihe von Vorkommnisse ist sehr ungünstig. Das schadet der Reputation ganz bestimmt. Jetzt unmittelbar. Aber in einer solchen Situation muss man Ruhe bewahren, Fall für Fall sauber analysieren und entsprechend Massnahmen daraus ableiten. Ganz wichtig ist aber, dass man die verschiedenen Beteiligten nicht vorverurteilt und voreilige Schlüsse zieht. Wir müssen jetzt abwarten, bis die Erkenntnisse vorliegen und dann können wir auch darüber Bericht erstatten.

Dass aber ausgerechnet der Rektor in Negativschlagzeilen verwickelt ist, macht das Ganze noch schlimmer.

Es ist wichtig, dass Professorinnen und Professoren der Universität Nebenbeschäftigungen nachgehen, sodass sie immer noch einen Fuss in der Privatwirtschaft haben. Das hat die Universität immer ausgezeichnet und das wollen wir im Universitätsrat auch nicht verändern. Bis jetzt galt diese Regel auch für den Rektor. Da Rektor Thomas Bieger im Februar 2020 aufhört, hat sich der Universitätsrat unabhängig und in Unkenntnis des Falles in der Vorbereitung der Nachfolge bereits mit der Frage der Nebenbeschäftigung befasst und ist zum Schluss gekommen, dass der zukünftige Rektor oder die Rektorin keinen Nebenbeschäftigungen nachgehen darf. Das ist zu gefährlich, zu brisant - und jetzt hat uns die Realität eingeholt.

Am Donnerstag haben sich die Parteien von links bis rechts in die Diskussion eingeschaltet und fordern Transparenz Die SP beispielsweise ist der Meinung, die HSG halte ihre eigenen Kontrollmechanismen nicht ein. Teilen Sie diese Meinung?

Ich möchte im Moment nicht auf einzelne Forderungen eingehen. Ich habe den Parteien in den letzten Tagen ein vertrauliches Gespräch angeboten, um Klarheit zu schaffen. Nun warte ich auf ihre Antwort. Ich hoffe, dass wir dieses Treffen nächste Woche durchführen können, damit ich ihnen aus erster Hand Informationen geben kann.

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