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Angeklagt wegen mehrfacher Begünstigung
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 12.11.2019.
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Verjährtes Strafverfahren Anklage gegen ehemaligen Innerrhoder Staatsanwalt

Gegen den ehemaligen Leitenden Staatsanwalt von Appenzell Innerrhoden, Herbert Brogli, ist Anklage wegen Begünstigung erhoben worden. Brogli hatte nach einem tödlichen Unfall eines Lehrlings im Jahr 2010 die Untersuchung zu langsam geführt, so dass der Fall im Herbst 2017 verjährte.

Das Bezirksgericht Appenzell musste das Verfahren gegen drei Personen wegen fahrlässiger Tötung damals wegen Verjährung einstellen, wie es in einer Mitteilung der Innerrhoder Staatsanwaltschaft heisst.

«Nicht mit nötiger Zielstrebigkeit und Umsicht»

Die Innerrhoder Regierung ordnete eine externe Untersuchung an. Der damit betraute Zuger alt Regierungsrat Hanspeter Uster kam in seinem Bericht zum Schluss, der fallführende Staatsanwalt habe die Strafuntersuchung nicht mit der nötigen Zielstrebigkeit, Planung und Umsicht durchgeführt.

Bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten

Mit der strafrechtlichen Aufarbeitung wurde ein ausserordentlicher Staatsanwalt betraut. Dieser habe nach Abschluss seiner Untersuchungen diese Woche beim Bezirksgericht Anklage wegen mehrfacher Begünstigung erhoben, heisst es.

Tod von Lehrling in Appenzeller Garage

Die Anklage fordert gegen Brogli eine bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten. Wann die Gerichtsverhandlung stattfinden wird, ist noch offen. Der Beschuldigte begründete die Verzögerung der Strafuntersuchung mit einer zu hohe Arbeitsbelastung der Staatsanwaltschaft.

Ein 17-jähriger Lehrling war im Herbst 2010 in seinem Lehrbetrieb in Appenzell in einem Warenaufzug eingeklemmt und tödlich verletzt worden. Danach wurde gegen drei Personen wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Zu einer Gerichtsverhandlung kam es aber nie, weil der Fall vorher verjährte.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Uebelastung der Staatsanwaltschaft,im Kanton mit der
    tiefsten Kriminalitätsrate?
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Ja, zu hohe Arbeitsbelastung, in einem Kanton mit rund 30`000 Einwohner. Klar, dass da das Leben eines 17-jährigen Lehrlings halt einfach mal hinten anstehen muss. 7 Jahre lang. Absolut lächerliche und respektlose Begründung gegenüber den Hinterbliebenen und der Pflicht seines Amtes. Würde mich ja interessieren, wie viele andere Fälle von fahrlässiger oder vorsätzlicher Tötung in diesem Zeitaum noch seiner Aufmerksamkeit bedurften. Kann für die Familie versicherungstechnisch ein Desaster sein.
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