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Verlagerung nach Asien Ist St. Gallen noch eine Textilstadt?

Das St. Galler Traditionsunternehmen Bischoff Textil verlagert die Produktion von der Ostschweiz nach Sri Lanka und Thailand. 50 Angestellte verlieren die Stelle. Vor sechs Wochen hat das Textilunternehmen die Pläne bekannt gemacht, inzwischen ist das Konsultationsverfahren abgeschlossen. Am Donnerstag wurde das St. Galler Amt für Arbeit über die Entlassungen informiert.

Dies ist nur ein Beispiel von Verlagerungen der Textilindustrie ins Ausland. Ist St. Gallen noch eine Textilstadt? Tobias Treichler, Vizedirektor von St. Gallen-Bodensee-Tourismus, bejaht: «Die Gebäude, die Geschichte der Textilindustrie sind sichtbar und werden das auch bleiben.»

Stickereistadt St. Gallen

  • 1910 Hockkonjunktur der Stickerei in St. Gallen
  • Die Hälfte der weltweiten Spitzen kamen aus St. Gallen
  • 18 Prozent des Schweizer Exports waren Textilien
  • Ein Viertel der Bevölkerung lebte von Textilien

Die Spitze, früher der Verkaufsschlager aus St. Gallen, hat an Bedeutung verloren. In der Statistik von Swisstextiles erscheint sie nicht mehr separat, sondern zusammen mit Tüll und anderen Netzstoffen. «Für Massenproduktion gibt es in der Schweiz keinen Platz mehr», sagt Max Hungerbühler, jahrelanger Kenner des St. Galler Textilhandels, «In der Schweiz können nur noch Nischenprodukte oder Spezialitäten produziert werden. Alles andere rechnet sich nicht.»

In der Modeindustrie sei St. Gallen aber noch sehr präsent, sagt Emanuel Rohner, Chef der Forster Rohner Gruppe. Die Firma produziert für Akris, Louis Vuitton, Gucci und Prada: «Auf den Laufstegen der Welt sind die tollsten Sachen aus St. Gallen. Im high-end, technischen Bereich kommt vieles aus St. Gallen.»

Aus diesem Grund und wegen der reichen Geschichte werde St. Gallen auch weiterhin als Textilland verkauft und es immer bleiben, ergänzt der Touristiker Tobias Treichler.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Leider kann man von Erinnerungen allein nicht leben. Ein CH-Museum mit > 8 Mio Einwohnern wird dies langfristig kaum ernähren können.
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
      So geht Stück um Stück Schweiz verloren, geopfert dem schnöden Mammon. Und wir machen uns Gedanken über die Selbstbestimmung. Bestimmt werden wir schon längst von der Wirtschaft und dem Kapitalismus. Gegen diese Art der Fremdbestimmung sollten wir unsere Stimme erheben und darauf bestehen, das Schweizer Güter, Produktion, Arbeitsplätze nicht einfach ins Ausland verlagert werden dürfen aber stinkfrech als „schweizer“ bezeichnet wird.
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