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Verlierer-Image als Problem Der schleichende Abstieg der St. Galler CVP

Die Mittepartei verzeichnet im Kanton St. Gallen eine Schlappe nach der anderen.

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Traditionspartei in Schieflage
04:24 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 29.01.2018.
abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.

Einst dominierte sie gemeinsam mit der FDP die Politik im Kanton St. Gallen fast nach Belieben: die CVP. Doch seit Jahren bricht ihr die Wählerschaft weg. Gaben ihr bei den Nationalratswahlen 1991 noch 35,8 Prozent der Wähler ihre Stimme, so waren es bei den Wahlen 2015 mit 16,6 Prozent noch nicht einmal mehr halb so viele. Die Zahl der Nationalräte sank von fünf auf noch drei. Verloren ging 2011 auch der Ständeratssitz.

Der Niedergang macht sich in der Folge auch auf lokaler Ebene bemerkbar: Seit den Stadtratswahlen 2016 verlor die CVP in den Städten wichtige Sitze. So wurde in Wil Stadtrat Marcus Zunzer abgewählt und durch einen Prowil-Kandidaten ersetzt. In Rapperswil-Jona musste Stadtpräsident Erich Zoller dem FDP-Mann Martin Stöckling Platz machen.

In St. Gallen konnte die Partei ihren einzig verbliebenen Sitz im Stadtrat nicht verteidigen. Der profilierte CVP-Mann Boris Tschirky scheiterte an der Grünliberalen Sonja Lüthi. Und am Wochenende unterlag der einheimische CVP-Kandidat Daniel Lehmann dem parteilosen Wolfgang Giella im Kampf ums Gossauer Stadtpräsidium.

Katholische Milieu zusammengebrochen

Laut dem SRF-Politexperten Patrick Emmenegger wählen Katholiken nicht mehr automatisch CVP. Ausserdem würde es der Partei häufig an profilierten Köpfen und an klaren Inhalten fehlen. Dies führe zu einen Verlierer-Image, was für die Partei nicht förderlich sei. Das deute auf eine erneute Niederlage der CVP bei den eidgenössischen Wahlen 2019 hin.

Wir müssen dringend unser Profil schärfen und von den andern Parteien klarer unterscheidbar werden.
Autor: Patrick DürrParteipräsident CVP St. Gallen

Gesucht: ein neues Profil

Die Parteileitung ist sich der Probleme bewusst. «Wir müssen dringend unser Profil schärfen und von den andern Parteien klarer unterscheidbar werden», sagt Parteipräsident Patrick Dürr. Dies sei vor allem auf die Wahlen 2019 hin notwendig. Die thematischen Felder dazu sind abgesteckt. Die CVP möchte sich bei den Staatsfinanzen, beim Mittelstand, bei den KMU und im Thema Sicherheit und Migration stärker profilieren. «Unser Ziel muss sein, dass die Wähler genau wissen, wo die CVP in diesen Punkten steht», sagt Dürr.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (gerard.d@windowslive.com)
    Die CVP ist ein Christliche Partei, da mus man nichts wissen, sondern nur Glauben und den haben viele Wähler verloren!
  • Kommentar von Roger Eichelberger  (Allesroger)
    Vielleicht liegt das Problem auch einfach an der unklaren oder fehlenden politischen Ausrichtung?
  • Kommentar von D. Schmidlin  (Querenlife)
    Der Niedergang der CVP im Kanton St. Gallen wurde durch Lucrezia Meier-Schatz eingeläutet. Sie hat sich im Kanton eine SP Alternative zusammengeschustert bei der viele konservative männliche Mitglieder das Weite gesucht haben. Die Meisten wählen dann lieber das Original SP oder dann halt die FDP. Diese Linksausrichtung war fatal und hat nun Konsequenzen.
    1. Antwort von Roger Eichelberger  (Allesroger)
      Wenn man sich hauptsächlich damit beschäftigt anderen Parteien/Politikern, die einem nicht in den Kram passen an den Karren fahren zu wollen und schlussendlich nichts übrig beleibt als falsche Anschuldigungen und ein schlechter Nachgeschmack, kann das schon mal Wählerstimmen kosten.
    2. Antwort von robert mathis  (veritas)
      D.Schmidlin.Leider haben die St.Galler Stimmbürger die Intrigen der Fr.Meier-Schatz lange nicht durchschaut und das falsche Spiel mitgespielt.Passiert täglich in der Politik wo viel Eigeninteressen und pers.Ansichten verteidigt werden ohne Rücksicht auf Partei und Mitmenschen.