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Wärme und Trockenheit Wälder für den Klimawandel fit machen

«Es schaut schon wie im Herbst aus», sagt Maurizio Veneziani vom St. Galler Kantonsforstamt. Im Wald sehe man die Resultate der diesjährigen Trockenheit. Einzelne Baumarten hätten besonders gelitten: «Die Vegetationszeit der Buchen ist schon am Ende und sie sind sicher weniger gewachsen», so der Forstingenieur. Sollte sich die Trockenheit im nächsten Jahr wiederholen, wäre es möglich, dass einzelne Bäume absterben.

Wir gehen davon aus, dass mehr Extremereignisse auftreten werden, wie wir sie aktuell erleben
Autor: Jörg HässigStellvertreter des Kantonsoberförsters

Tatsächlich rechnen die Verantwortlichen beim Kanton St. Gallen, dass es häufiger Trockenperioden geben wird. «Wir gehen davon aus, dass mehr Extremereignisse auftreten werden, wie wir sie aktuell erleben», sagt Jörg Hässig, Stellvertreter des St. Galler Kantonsoberförsters. Es sei damit zu rechnen, dass die Temperatur bis im Jahr 2070 um drei Grad steigt.

Jörg Hässig erklärt die Auswirkungen des Klimawandels auf die St.Galler Wälder
Legende: Der Stellvertreter des Kantonsoberförsters Jörg Hässig erklärt die Auswirkungen der Trockenheit auf die St.Galler Wälder. SRF

«Wir müssen den Wald für den Klimawandel fit machen», sagt Maurizio Veneziani.Es brauche eine grössere Artenvielfalt und mehr Baumarten, die die Wärme und Trockenheit besser vertragen. Um herauszufinden, welche Bäume mit dem wärmeren Klima zurecht kommen, wurde von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft ein entsprechendes Projekt lanciert. Der Kanton St. Gallen beteiligt sich daran.

Forstingenieur Maurizio Veneziani erklärt die Auswirkungen des Klimawandels auf die St. Galler Wälder.
Legende: «Wir müssen den Wald für den Klimawandel fit machen», sagt Forstingenieur Maurizio Veneziani. SRF

«Man möchte Baumarten pflanzen und in den nächsten 20 bis 30 Jahren beobachten, wie sie sich entwickeln», sagt Maurizio Veneziani. Auf bestimmten Flächen im St. Galler Wald sollen verschiedene Baumarten und Baum-Ökotypen gefplanzt werden. So könne beispielsweise untersucht werden, ob sich Weisstannen aus Südeuropa in den hiesigen Wäldern mittlerweile besser bewähren, als die bisherigen. Seitens Kanton sei man zurzeit damit beschäftigt, mit den Waldbesitzern zu klären, ob diese einen Teil ihres Bodens zu Testzwecken zur Verfügung stellen, sagt Veneziani.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Greenpeace 2011 "Wälder der Erde": Die globale Waldfläche heute beträgt gesamthaft nur noch 65% der ursprünglichen Waldbedeckung vor 8000J. In dieser Zeit wurden 78% der viel effizienteren Regenwälder zerstört, und jedes Jahr gehen weitere 4,2Mio ha verloren. Auch die Flächen anderer natürlichen Wälder gehen um ca 15Mio ha/J zurück, während die Fläche der stark veränderten Wälder+Plantagen weltweit zunimmt. Der Waldverlust findet nahezu nur in den Tropen statt, das hat massiv globale Auswirkung.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Klar ist, dass der Wald als "Lunge der Schweiz" noch besser und "gezielter bewirtschaftet und gepflegt" werden muss! Gewisse Stellen sind da gefordert!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Vielmehr, braucht es die richtigen Leute für die Zuständigkeits-Bereiche, welche auch effektiv und endlich handeln!!??
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