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Wahlen Gossau «Stadtpräsidenten müssen das Gemeinwohl steigern können»

Sitzungszimmer
Legende: Wer künftig den Chefsessel im Gossauer Stadtrat einnehmen wird, entscheidet sich am 26. November. Stadt Gossau

Vier Kandidaten wollen Ende November Gossauer Stadtpräsident werden.

  • Daniel Lehmann (CVP)
  • Wolfgang Giella (parteilos). Nominiert von überparteilichem Komitee
  • Max Brunner (parteilos)
  • Bruno Egli (parteioffen)

Daniel Lehmann ist Gossauer, Unternehmer und langjähriges Mitglied der CVP. Für die CVP war schnell klar, dass sie einen Nachfolger für den zurücktretenden Stadtpräsidenten Alex Brühwiler (parteilos) stellen wollen. Damit möchte sie auch den zweiten Sitz im fünfköpfigen Stadtrat verteidigen. Im Mai trat Stefan Lenherr zurück.

Die anderen Parteien haben sich zusammengetan. Gemeinsam suchten die SVP, die SP, die FLiG und die FDP einen Kandidaten. Sie hätten verschiedene Bewerbungen gehabt, heisst es auf Anfrage. Einstimmig hätten sie sich aber für den parteilosen Wolfgan Giella aus Chur entschieden.

Politprofessor Reto Steiner ist Direktor an der ZHAW School of Management and Law. Dass Exekutivmitglieder ausserhalb der Gemeinde gesucht werden, komme nur in den Kanton St. Gallen und Thurgau vor, erklärt er im Gespräch.

SRF News: Reto Steiner, wie hat sich das Anforderungsprofil an einen Stadtpräsidenten in den letzten Jahren verändert?

Reto Steiner: Stadtpräsidien müssen wie vor 30 Jahren das gemeine Wohl der Bürger und Bürgerinnen steigern können. Wie man das aber macht, das hat sich stark verändert. Heute ist mehr das strategische und langzeitliche Denken gefragt. Die Stadtpräsidenten müssen heute auch mehr mit dem Kanton und dem Bund verhandeln. Das heisst, heute braucht es auch viel Managerkompetenz.

Früher war es unvorstellbar, dass ein Auswärtiger für die Exekutive nominiert wird. Mit dem parteilosen Wolfgang Giella ist ein Churer im Rennen. Findet hier ein Wandel statt?

Dass sich Kandidaten aus anderen Gemeinden zur Wahl stellen, ist ein St. Galler und Thurgauer Phänomen. Zum einen gibt es in diesen Kantonen viele vollamtliche Gemeindepräsidenten, das macht das Mandat attraktiv. Kommt hinzu, dass es weder im Thurgau noch St. Gallen zwingend nötig ist, dass der Kandidat oder die Kandidatin bereits vor der allfälligen Wahl in der Gemeinde oder in der Stadt wohnhaft sind.

Wie offen ist die Bevölkerung für eine auswärtige Kandidatur?

Die Bevölkerung ist sehr offen, wenn es um das Parteibuch geht. Geht es um die Persönlichkeit der Kandidatin oder des Kandidaten, braucht es Vertrauen. Und gerade das ist die Herausforderung für den Kandidaten, der nicht in der wählenden Gemeinde wohnhaft ist. Man kennt ihn nicht. Deshalb stellen wir oftmals fest, dass der Kandidat aus der eigenen Gemeinde gewählt wird. Denn, Politik bedeutet auch, sich durch jemanden vertreten zu fühlen. Es zählt nicht nur die Fachkompetenz.

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