Engagement gegen Verödung «Wartet nicht auf die Politik»

Was kann man tun, damit man als kleine Gemeinde überlebt? Die Jungen ziehen weg, die Alten bleiben zurück, die Landwirtschaft rendiert nicht mehr und andere Arbeit gibt es kaum. Rund um diese Frage veranstaltet die Gemeinde Hohentannen (TG) ein Forum mit 14 Gemeinden aus dem deutschsprachigen Raum.

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Bildlegende: Hohentannen aus der Luft: Gerne wird das Dorf wegen seiner innovativen Projekte auch als «Thurgallien» bezeichnet. zvg / Gemeinde Hohentannen

Was passiert dieses Wochenende? Vertreter aus 14 Gemeinden des deutschsprachigen Europa treffen sich an den zwei Tagen zu einem Wissens- und Erfahrungsaustausch über Gemeindeentwicklung und Bürgerbeteiligung in der Gemeinde Hohentannen im Kanton Thurgau Einige der Gemeinden sind Sieger und Preisträger des Europäischen Dorfwettbewerbes der letzten Jahre. Hintergrund des Forums sind Entwicklungen in ganz Europa wie die Landflucht, die demografische Entwicklung und die wirtschaftlichen Perspektiven in kleinen ländlichen Dörfern. Das Forum will Perspektiven erarbeiten und aufzeigen.

Warum in Hohentannen? Hohentannen gilt als innovative Gemeinde. Noch 2007 war es die Gemeinde mit der höchsten Verschulung im Kanton Thurgau. Heute steht die Gemeinde schuldenfrei da. Es wurden Projekte initiiert im Bereich der nachhaltigen Energie oder mit dem Hohentaler – einer lokalen Währung – wurde die Wertschöpfung im Dorf behalten. Laut dem Gemeindepräsidenten Christof Rösch hätte die zu einem guten Ruf der Gemeinde geführt, gute Steuerzahler ins Dorf geholt, während gleichzeitig die Sozialhilfekosten gesunken seien.

Wer ist dabei? Am Forum nehmen 14 Gemeinden des deutschsprachigen Europa teil: Aus der Schweiz, aus Deutschland, aus Österreich, aus dem Südtirol und aus Belgien. Mit dabei ist beispielsweise die Gemeinde Oberndorf aus Norddeutschland, die laut Barbara Schubert – einer Teilnehmerin des Forums aus Oberndorf – von «der grossen Politik aufgegeben wurde.» Aber anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, hätten sich «die Bürger selbst ermächtigt» zu handeln und nicht darauf gewartet, dass die Politik die Probleme löst, so Barbara Schubert. Entstanden sind viele Projekte, die die Gemeinde weiter gebracht haben und den Bürgern und Bürgerinnen von Oberndorf neue Perspektive gegeben haben.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 12:03 Uhr; schüp