Warum der Thurgauer Dialekt unbeliebt ist

In seinem Buch «Thurgauer Mundart in Geschichte und Gegenwart» geht der Sprachwissenschafter Martin Hannes Graf verschiedenen Fragen rund um den Thurgauer Dialekt auf den Grund. Er betont dessen Besonderheiten und widerspricht gängigen Klischees.

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Bildlegende: Martin Graf hat sich intensiv mit dem Thurgauer Dialekt auseinandergesetzt. zvg

In seinem Buch «Thurgauer Mundart in Geschichte und Gegenwart» dokumentiert und erklärt Martin Hannes Graf die dialektalen und historischen Wortschätze des Kantons Thurgau. Der Autor beleuchtet den Kanton Thuirgau sowohl in geographischer als auch in sprachlicher Hinsicht.

Und so geht Martin Graf unter anderem auch der Frage auf den Grund, warum der Thurgauer Dialekt als unbeliebt gilt. Generell seien es meist aussersprachliche Faktoren, sagt Graf. Geniesse eine Region beispielsweise einen guten Ruf als Feriendestination, werde auch deren Dialekt besser bewertet.

Laut Graf gibt es aber auch innersprachliche Faktoren. So gelten die hellen und spitzen Vokale als unschön, während die eher runden und weichen Vokale der westlichen Mundarten als angenehmer bewertet würden. Dazu komme, dass die Thurgauer den Buchstaben «r» kaum hörbar aussprechen. Dies wiederum werde als arrogant wahrgenommen.