Wenn die Pillen knapp werden

Der Bundesrat ortet in einem aktuellen Bericht zunehmende Engpässe bei Medikamenten. In der St. Galler Spitalapotheke wurden die Lagerkapazitäten in jüngster Zeit bereits ausgebaut. Weiteren Handlungsbedarf sieht man dort nicht.

Die Spitalapotheke in St. Gallen hat rund 2500 Medikamente im Lager. Es sei ein dauerndes Abwägen, wie gross die Bestände sein müssten, sagt Thomas Lehmann, welcher unter anderem für den Einkauf zuständig ist. Hohe Lagerkosten und Ablaufdaten sprechen gegen grosse Lager, Lieferengpässe und Notsituationen dafür.

«  Man muss das Gras wachsen hören. »

Thomas Lehmann
Leiter Offizin Spitalapotheke St. Gallen

Der Job von Thomas Lehmann erinnert an den eines Marktanalysten: «Wenn wir ahnen, dass es Lieferengpässe geben könnte, versuchen wir, das Lager aufzustocken.» Es käme aber immer wieder vor, dass gut lieferbare Medikamente plötzlich nicht mehr verschickt würden, zum Beispiel, weil eine Maschine ausfällt.

Die St. Galler Spitalapotheke hatte es im vergangenen Jahr mit 240 Lieferengpässen zu tun. Die meisten konnte man dank den Lagerbeständen «aussitzen». Bei rund 20 Medikamenten musste Lehmann aber ein Ersatzprodukt auf dem Markt beschaffen. Er nutzt dafür verschiedene Kanäle und Kontakte.

Viel Erfahrung nötig

«Ich habe meine Quellen», sagt Lehmann im Interview mit der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF. Wenn ein Medikament in der Schweiz nicht lieferbar sei, versuche er es vor allem über EU-Länder, allen voran Deutschland.

Ist ein Ersatzprodukt gefunden, gibt es wieder neue Probleme. Alle Beteiligten müssten über die Änderungen informiert werden. Kommt ein Medikament beispielsweise aus Spanien, so muss auch der Text auf der Verpackung übersetzt werden.