Wenn Hunde im Kochtopf landen

Die Ostschweizer lieben Hundefleisch. Die Tieraktivistin Edith Zellweger will deshalb den Verzehr von Hunde-und Katzenfleisch in der Schweiz verbieten. Vor allem im St. Galler Rheintal sollen Bauern Hunde und Katzen essen. Realität oder ein Mythos?

Drei Appenzeller Hunde Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hund zum Essen: Mythos oder Realität? Keystone

Für die aktive Tierschutzgruppe Salez (ATS) von Edith Zellweger ist es klar: Haustiere werden im Rheintal und dem Appenzellerland oftmals verspiesen. «Hunderte Menschen in den ländlichen Gebieten essen Hunde und Katzen», ist sie überzeugt.

Mit einer Petition wollen die Tierschützer deshalb den Verzehr von Hunden und Katzen gesetzlich verbieten. In Deutschland und Österreich gibt es bereits ein solches Verbot.

Auf Spurensuche

 Im St. Galler Rheintal treffen wir auf unserer Recherche allerdings keine Menschen, die Hunde schlachten und essen. Früher hätte es dies aber noch häufig gegeben. Ein Landwirt aus Gams: «Bis vor 20 Jahren habe ich täglich Hundefleisch gegessen. Geräuchert war das ein Genuss.»

Auch ein ehemaliger Hundemetzger aus dem Appenzellerland gibt zu: «Ich habe Hunde erschossen, gehäutet, ausgenommen und Suppe daraus gemacht. Die war speziell gut.»

Heute aber werde kaum mehr Hundefleisch gegessen, ist er überzeugt.

Anonymer Hundemetzger

Die Tierschützer wollen nun im Internet Unterschriften für ein Ess-Verbot für Hunde- und Katzenfleisch sammeln. Unter dem Namen «Kulturschande» gibt ein anonymer Thurgauer zu, heute noch im Keller Hunde zu schlachten und zu essen. Er sammle die Tiere auf der Strasse ein oder hole sie in Tierheimen.

Menschen, die in der Ostschweiz Hunde verzehren: Ist das also ein Myhos oder Realität? Zahlen gibt es keine. Wieviele Leute kulinarisch auf den Hund gekommen sind, bleibt damit wohl im Dunkeln.