Wie Radikalisierung verhindern? Erste Projekte in der Ostschweiz

Jugendliche, die sich radikalisieren und nach Syrien in den Krieg gehen: In Winterthur gab es in der Vergangenheit mehrere Fälle. Der Bund hat nun in einem Bericht verschiedene Präventionsmassnahmen gesammelt. In der Ostschweiz hat man bisher wenig Erfahrungen. Einzelne Projekte gibt es aber.

Handy mit islamischer Seite Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hinweise auf eine dschihadistische Radikalisierung gibt laut Polizei zum Beispiel das Surfen auf radikalen Seiten. Keystone

Im Bericht des Bundes «Präventionsmassnahmen zur Verhinderung von Radikalisierung» ist ein geplantes Themenheft des Kantons St. Gallen zu Extremismus und Terrorismus für die Schulen aufgeführt. Das Themenheft - als Teil der Reihe sicher!gsund! - soll Lehrer, Schulleiterinnen aber auch Sozialarbeiter Vorschläge für Prävention und Intervention machen. Das Heft soll Ende 2017 erscheinen.

Eine andere Strategie verfolgt die Kantonspolizei Thurgau. Sie hat letzten Herbst die Bevölkerung mit einem Merkblatt gebeten, verdächtige Personen zu melden. Hinweise auf eine dschihadistische Radikalisierung geben laut Polizei das Äussere, kaum noch soziale Kontakte oder das Surfen auf radikalen Internetseiten. Bisher habe man einige Hinweise bekommen, sagt Sprecher Daniel Meili, doch habe sich nichts erhärtet.

Ausgrenzung und soziale Unterschiede vermeiden

Auf den Dialog setzt die Stadt St. Gallen. Man pflege den Kontakt mit den muslimischen Gemeinschaften, sagt Peter Tobler vom Amt für Gesellschaftsfragen. Die beste Prävention sei aber, wenn alle in einer Gesellschaft die Chance auf eine Arbeit und eine Perspektive hätten. Ziel müsse es sein, Verlierer zu vermeiden, die sich dann radikalisieren.

Zum gleichen Schluss kommt auch der Bund in seinem Bericht: Die Teilnahme an der Gesellschaft aller sei ein wichtiger Aspekt für die Sicherheit.