Bergbahnenstreit Toggenburg Wie viel sind die Aktien der Bergbahnen Wildhaus wert?

25 Franken Kaufangebot für die Aktien der Bergbahnen Wildhaus seien mickrig, aber der Steuerwert von 200 Franken sei auch zu hoch. Eine Analyse von Philipp Lütolf, Professor für Unternehmensfinanzierung an der Hochschule Luzern.

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Bildlegende: Die Toggenburger Bergbahnen wollen mit ihrem Kaufangebot aufrüttel, vermutet Experte Philipp Lütolf. Keystone

SRF News: Die Toggenburger Bergbahnen bieten 25 Franken pro Aktie der Bergbahnen Wildhaus. Wie schätzen sie diesen Kaufpreis ein?

Philipp Lütolf: 25 Franken pro Aktie sind schon sehr mickrig. Das gäbe ein Kapital von etwa einem teuren Pistenfahrzeug. Der Käufer bekäme also den Rest der Anlagen und flüssigen Mittel gratis. Aus Sicht der Investoren ist allerdings der Substanzwert wenig aussagekräftig, weil die Gelder in den Gebäuden gebunden sind.

Das heisst, was ist aus ihrer Sicht die Aktie Wert?

Wichtig ist hier der Ertragswert. Und wenn man die Erträge der letzten fünf Jahre der Bergbahnen Wildhaus anschaut ist ein Aktienwert von 200 Franken sicher nicht zu rechtfertigen. Dazu müssten die Bergbahnen Wildhaus 700'000 Franken Jahresgewinn machen. Davon sind sie aber weit entfernt. Wo genau der Wert der Aktien liegt, lässt sich kaum einschätzen.

«  Es ist ein Revierkampf von zwei Unternehmen, welche dieselben Probleme haben. »

Philopp Lütolf
Professor für Unternehmensfinanzierung, Hochschule Luzern

Wie realistisch ist es denn aus ihrer Sicht, mit einem solchen Angebot per Inserat die Aktienmehrheit zu gewinnen?

Das ist aus meiner Sicht nicht sehr realistisch, angesichts des tiefen Preises. Für mich ist die Frage ebenso wichtig, was die Toggenburg Bergbahnen machen, wenn sie die Aktienmehrheit erreichen würden. Würden sie die geplanten Investitionen der Wildhauser weiter ausführen oder den ehemaligen Konkurrenten klein behalten? Ich vermute, die Toggenburger Bergbahnen wollen mit diesem Angebot einfach aufrütteln.

Würde denn eine Fusion der beiden Bergbahnen sinn machen?

Ich denke, es müsste nicht einmal eine Fusion sein. Eine gemeinsame Abstimmung von Öffnungszeiten, Tickets und allenfalls Investitionen wäre schon viel Wert. Schliesslich kämpfen beide Gebiete mit genau den gleichen Problemen wie Schneemangel, dem starken Franken oder der Konkurrenz von Österreich. Es geht hier um einen Revierkampf von zwei Unternehmen, die im selben Boot sitzen.

Das Gespräch führte Peter Schürmann