Wieder scheitert ein Tiefgaragen-Projekt in Appenzell

Es bleibt ruhig im Kapuzinerkloster Appenzell. Statt einer Jugendherberge in und einer Tiefgarage unter den Klostermauern sollen Bibliotheken und Verwaltung ins Kloster ziehen. Das schlägt die Regierung vor. Sie beantragt dafür einen Kredit in der Höhe von 900'000 Franken.

Das Kapuziner Kloster Appenzell von der Südseite aus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Kloster Appenzell wird nicht in einen öffentlichen Übernachtungsort umfunktioniert. zvg

Das Kapuzinerkloster steht seit zwei Jahren leer. Ebenfalls seit zwei Jahren laufen die Diskussionen über die Umnutzung der Räumlichkeiten. Im Auftrag der Regierung wurde deshalb eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Schlechte Noten bekommen in der Studie die Ideen einer Jugendherberge sowie einer Tiefgarage unter dem Klostergarten. Beide Projekte seien zu teuer. Für den Bau einer Tiefgarage beispielsweise wären Investitionen in der Höhe von knapp zehn Millionen Franken nötig. Ausserdem sei die Tiefgarage zu wenig zentral und daher kaum rentabel zu betreiben.

Gemeinsame Bibliothek

Die Studie kommt zum Schluss, dass sich das Kloster für die Zusammenführung der Bibliotheken und dem Landesachriv eignen würde. Die restlichen Räume könnten als Büroräume für die Verwaltung dienen.

Die Standeskommission möchte diese Idee weiterverfolgen. Sie beantragt deshalb für die weiteren Planungsschritte einen Kredit in der Höhe von 900'000 Franken.

Parkplatznot bleibt

Erneut ist in Appenzell also ein Projekt zum Bau einer Tiefgarage gescheitert. Das Problem aber bleibt. «Eine Parkplatzzählung hat bewiesen, dass es im Zentrum zu wenig Parkplätze gibt», sagt der Innerrhoder Bauvorsteher Stefan Sutter gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1.

In der Peripherie hingegen gebe es zu viele Parkplätze. Sofern es nicht gelinge, das Parkverhalten der Autofahrer zu ändern, brauche es früher oder später eine neue Lösung im Zentrum. Seitens des Gewerbeverbandes wird die Idee einer Tiefgarage unter dem Landsgemeindeplatz neu aufgeworfen.

Man müsse diese Möglichkeit erneut prüfen, sagt Albert Manser, Präsident des Kantonalen Gewerbeverbandes. Laut Stefan Sutter sei dies aber auch keine Lösung. Der Bau einer Tiefgarage unter dem Landsgemeindeplatz sei unter anderem zu teuer.