50 Jahre Tenerolager

Warum haben Mädchen weniger Sportförderung? Diese Frage stellte sich Ernst Kaspar als frischgebackener Turnlehrer in den 1960er Jahren in Zug. Kurzerhand organisierte er mit seiner Frau Heidy ein Sportlager. 50 Jahre später gehören diese Lager zum festen Bestandteil des Zuger Sportkalenders.

Ernst Kaspar setzte sich für die Gleichberechtigung von Mädchen und Knaben in der Sportförderung ein. Er führte nicht nur das Sportlager für Mädchen ein, sondern organisierte auch Turnkleider, damit die Mädchen nicht mehr in Röcken turnen mussten. Zudem organisierte Kaspar den ersten Kantonalen Leichtathletiktag für Mädchen und war der erste Mädchenturnlehrer im Kanton Zug. «Ich bin stolz auf meine Errungenschaften», sagt Kaspar gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz.

Sein grösstes Vermächtnis ist aber die Gründung des Sportlagers des Kantons Zug. Dank Ernst Kaspar und seiner Frau Heidy können seit 1967 Jugendliche eine Woche in Tenero von einem vielfältigen Sportprogramm profitieren. Dabei schlafen die Teilnehmenden in Zelten und können die Infrastruktur des Centro Sportivo Tenero nutzen. Die ersten zehn Jahre war das Lager ausschliesslich für Mädchen, anschliessend wurde es auch für Knaben geöffnet.

Alles auf eigene Faust

Die Baarer Heidy und Ernst Kaspar stampften das Tenerolager aus dem Boden und organisierten alles in kompletter Eigenregie. «Wir hatten keine Unterstützung des Kantons oder der Gemeinde. Wir mussten von den Finanzen bis zum Transport alles selber organisieren», erklärt Ernst Kaspar. Zusammen mit seiner Frau leitete er das Sportlager bis 1996.

Beat Friedli, stellvertretender Leiter Amt für Sport Zug und Leiter der Tenerolager, hat nun zum 50-jährigen Jubiläum ein Buch voller Fotos und Anekdoten des Sportlagers veröffentlicht.