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500 Lehrpersonen treffen sich Luzern macht Sparmassnahme rückgängig. Droht ein Lehrermangel?

500 auf einen Streich: Am Mittwoch trafen sich in Sursee 500 Luzerner Lehrpersonen. Am Lehrerinnen- und Lehrertag wurde über die Zukunft der Schule diskutiert. Eine Änderung, die schon bald ansteht, betrifft alle Lehrerinnen und Lehrer hautnah: Ab Sommer 2020 müssen alle wieder eine Lektion weniger arbeiten, und erhalten trotzdem gleich viel Lohn. Die Luzerner Regierung hält damit Wort und macht eine Sparmassnahme aus dem Jahr 2017 wieder rückgängig.

«Zurückgehen auf den Normalzustand»

Diese Anpassung kommt bei den Lehrpersonen grundsätzlich gut an, betont Alex Messerli am Rande des Lehrerinnen- und Lehrertags: «Es ging politisch fast schneller als wir gedacht haben.» Messerli, als Präsident des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands betont aber: «Es ist ein Zurückgehen auf den Normalzustand von 2017.»

Wir warnen seit Jahren davor, dass ein Lehrermangel auf uns zukommt.
Autor: Alex MesserliPräsident Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband

Damals mussten – als Sparmassnahme – alle Lehrpersonen im Kanton für denselben Lohn eine Lektion mehr arbeiten. Zusammengerechnet auf die gut 3500 Vollzeitpensen konnte sich der Kanton Luzern so 120 Vollzeitstellen einsparen. Wenn diese Massnahme jetzt aber wieder rückgängig gemacht wird, müssen diese Stellen wieder besetzt werden. «Wir warnen seit Jahren, dass ein Lehrermangel auf uns zukommt», sagt Alex Messerli.

Hinzu komme nämlich noch die aktuelle Pensionierungswelle im Kanton. Deshalb fordert der Lehrerinnen- und Lehrerverband, dass der Kanton nur qualifizierte Lehrpersonen einstelle und nicht aus der Not heraus auf schlecht qualifiziertes Personal zurückgreife

«Stellenbesetzung ist eine Herausforderung»

120 Stellen fehlen im Kanton Luzern also im nächsten Schuljahr. Dies bereitet aber Charles Vincent keine schlaflosen Nächte. Er ist Vorsteher der Diensstelle Volksschulbildung. «Es ist eine Herausforderung, aber wir wissen, dass es nicht 120 Stellen sind», sagt Vincent. Dies dank vieler Lehrpersonen, welche im Teilpensum angestellt sind. «Diese haben bei der Reduktion gleich viel gearbeitet – halt einfach für weniger Lohn – und arbeiten künftig gleich viel, mit wieder etwas mehr Lohn.» Es sei damals, bei der Erhöhung der Arbeitszeit, auch nicht zu einer Entlassungswelle gekommen, sagt Vincent.

2017 kam es auch zu keiner Entlassungswelle.
Autor: Charles VincentVorsteher Diensstelle für Volksschulbildung

Die Teilpensen seien eine Manövriermasse, sagt Charles Vincent weiter. Der Kanton sei sich gewohnt, dass jedes Jahr rund 300 Stellen neu besetzt werden müssten. Jetzt kämen halt noch rund 25 dazu.

«Pädagogische Hochschule hat Hausaufgaben gemacht»

Einig ist Vincent mit dem Lehrerinnen- und Lehrerverband bei der Forderung, dass ausschliesslich gut qualifiziertes Personal angestellt werden müsse. Hier habe die Pädagogische Hochschule ihre Hausaufgaben gemacht: «In der Sekundarsschule und im Kindergarten sehe ich keine Probleme, höchstens in der Primarschule. Dank der guten Arbeit der Pädagogischen Hochschule ist die Situation aber nicht alarmierend», sagt Charles Vincent.

Ab 2017 also sparte der Kanton 7 Millionen Franken jährlich ein, indem die Lehrpersonen für denselben Lohn mehr arbeiten mussten. Dies jetzt wieder rückgängig zu machen heisst auch, dass der Kanton Mehrausgaben hat. Und da sich Kanton und Gemeinden die Kosten für die Volksschule aufteilen, müssen auch die Gemeinden mehr zahlen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Joseph De Mol  (Molensepp)
    Die gesellschaftlich tolerierte Dekonstruktion des Lehrerberufes ist meiner Ansicht nach in erster Linie für den drohenden Lehrermangel verantwortlichen. In zweiter Linie das wirtschaftspolitische Narrativ, dass der Staat aufgrund neuer steuerrechtlicher "Modelle" (sprich Tiefsteuerstrategie seit 2010) seine Aufgaben je länger je mehr an Private auslagern möchte und Dienstleistungen (auch die elementaren wie Bildung) nur noch als Kostenfaktor betrachtet werden!
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