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Abschied vom Emmer Gemeinderat «Manchmal flogen zwischen uns schon die Fetzen»

Nach über 10 Jahren im Gemeinderat hören Susanne Truttmann (SP) und Urs Dickerhof (SVP) Ende August auf.

Susanne Truttmann (SP) und Urs Dickerhof (SVP) auf dem Dach des Emmer Gemeindehauses.
Legende: Treten auf Ende August aus dem Emmer Gemeinderat zurück: Susanne Truttmann (SP) und Urs Dickerhof (SVP). SRF

In seinen 15 Amtsjahren habe sich Emmen stark verändert, sagt Urs Dickerhof. Worauf er besonders stolz ist: Der Ruf der Gemeinde habe sich verbessert. «Wenn früher jemand sagte, er ziehe nach Emmen, dann dachte man, er habe einen leichten Schaden», erinnert sich Dickerhof, «heute hingegen haben wir viele Ansiedlungen.»

Auch Susanne Truttmann ist überzeugt, dass die Luzerner Vorortsgemeinde an Lebensqualität gewonnen hat. Als Beispiel nennt sie die Hochschule Design und Kunst, die nach Emmen gezogen ist. «Man spürt die Präsenz der Studierenden», sagt sie. So gebe es zum Beispiel mehr kulturelle Anlässe.

Heikelster Punkt: die Finanzen

Weniger einig sind sich die beiden, wenn es um die finanziellen Probleme der Gemeinde geht. Der SVP-Finanzdirektor Dickerhof hätte lieber mehr gespart, die SP-Bildungsdirektorin Truttmann hingegen beantragte schon vor 10 Jahren eine Steuererhöhung. «Manchmal flogen zwischen uns schon die Fetzen», sagt Susanne Truttmann rückblickend, «ich möchte uns aber zugutehalten, dass wir das fair und sportlich machten.»

Susanne Truttmann

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2005 wurde Susanne Truttmann als erste Frau in den Gemeinderat Emmen gewählt. Die Primar- und Musikschullehrerin leitete seither die Bildungsdirektion. Truttmann politisierte für die SP auch im Kantonsrat. Nun gibt die 59-Jährige beide Ämter ab und verzichtet auf weitere politische Funktionen.

Urs Dickerhof

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Der SVP-Politiker startete seine Karriere im Emmer Gemeinderat mit einem Coup: Er jagte 2003 der CVP einen Sitz ab. Der 64-Jährige tritt nun aus dem Gemeinderat zurück, bleibt aber im Kantonsrat und will dort zu einer weiteren Legislatur antreten. Urs Dickerhof ist auch ausserhalb von der Politik aktiv: Er führt mit seiner Frau die Dickerhof AG für Massage und Kosmetik und präsidiert den Innerschweizerischen Fussballverband.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    In einer Gemeinde-Exekutive sollten eigentlich nie "die Fetzen fliegen"! Verschiedene Parteien müssen dort zusammenrücken und nach eingehenden Diskussionen über Probleme, Finanzen oder das Sozialwesen einen Kompromiss suchen! Wenn eine Gemeindebehörde aber zu einseitig links/grün oder bürgerlich/konservativ zusammengestellt ist, werden Kompromisse seltener: Der "Stärkere" setzt sich bei Schluss-Abstimmungen durch! Darum sind Gemeinderats-Wahlen wichtig und können vieles vorentscheiden!
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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    wie können Fetzen 'fair und sportlich' fliegen?
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