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Abstimmungsvorlage Stadt Zug Unterer Postplatz: Parkplätze aufheben oder nicht?

Ein Mann mit Bart und eine Frau mit dunklen Haaren stehen auf einem Platz.
Legende: Dolfi Müller und Cornelia Stocker haben sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was mit den Parkplätzen passieren soll. Mirjam Breu/SRF

Eine Initiative aus Gewerbekreisen will die Aufhebung der Parkplätze auf dem unteren Postplatz vor dem Zuger Regierungsgebäude verhindern. Am 10. Juni kommt die Vorlage vors Volk. SRF News hat zwei Protagonisten, den Zuger Stadtpräsidenten Dolfi Müller als Gegner und die Befürworterin Cornelia Stocker vom Initiativkomitee, zum Streitgespräch vor Ort getroffen.

Dolfi Müller: Der Postplatz ist ein Unort, ein Blechsalat. Jetzt hätten wir die Chance, das zu verbessern. Dass diese Entwicklung nun wieder in Frage gestellt wird, finde ich schade.

Cornelia Stocker: Der Postplatz ist ein Verkehrsknotenpunkt. Das bedeutet Lärm und Emmissionen. Aber wir brauchen auch Parkplätze; Mobiliät ist gewünscht, das ist der heutige Zeitgeist.

Die Situation mit der Verkehrsbelastung wollte man eigentlich korrigieren mit dem Stadttunnel. Man wollte gleichzeitig das Zentrum aufwerten. Dies hat das Volk aber abgelehnt. Diese Umgestaltung ist nun obsolet, und wir müssen das beste aus der Situation machen. Autos und Busse werden wir an diesem Platz immer haben.

Dolfi Müller: Der Stadttunnel ist hier überhaupt nicht entscheidend. Im Jahre 2008, als wir den historischen Kompromiss mit allen Parteien geschlossen hatten - als wir beschlossen hatten, hier ein Parkhaus zu bauen - erhöhten wir sogar die Anzahl der Parkplätze an diesem Ort. Auf der andern Seite beschloss man, die oberirdischen Parkplätze aufzuheben. Damals wusste noch kein Mensch, dass der Stadttunnel in nächster Zeit kommen sollte; er war noch in der dritten Priorität. Erst Heinz Tännler, damals noch Baudirektor des Kantons Zug, zog das Thema eines Stadttunnels vor. Diesen Punkt kann ich deshalb so nicht akzeptieren.

Cornelia Stocker: Ich war damals für den Bebauungsplan, wir mussten eine Güterabwägung machen. In erster Linie wollten wir diesem Projekt hier, das jetzt fertig gestellt wurde (Parkhaus und Überbauung rund um die Post, Anmerkung SRF News), zum Durchbruch verhelfen. Mit diesem Bebauungsplan wurde gleichtzeitig die Aufhebung von 60 oberirdischen Parkplätzen verknüpft. Das habe ich schon damals bekämpft. Ich habe aber eine Güterabwägung gemacht, weil ich das Gesamtgeschäft nicht gefährden wollte.

Dolfi Müller: Die Stadt muss attraktiv sein. Die Stadt muss quasi die Fortsetzung der heimischen guten Stube sein. Die Attraktivität der Stadt und der Läden, das ist letztlich der Trumpf, den wir spielen können. Wenn wir diese Attraktivität nicht liefern, dann ist das ein Grund nicht in die Stadt zu kommen.

Am Schluss entsteht ein ewiges Hin und Her. Mein Anliegen ist es: Liebe Leute akzeptiert doch diesen Volksentscheid. Lasst es auf euch zukommen. Wenn es in zehn Jahren schlecht aussieht, kann man es immer noch korrigieren.

Cornelia Stocker: Wir sind langsam müde, um jeden oberidischen Parkplatz einen riesigen Kampf führen zu müssen. Wir müssen vorwärts schauen und nicht rückwärts. Die Situation verlangt jetzt oberirdische Parkplätze.

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