Zum Inhalt springen

Header

Audio
Markus Durrer: «Die Alpen zu verlosen ist am Fairsten.»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 30.11.2019.
abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
Inhalt

Alpgenossenschaft in Kerns Los entscheidet über Alpverteilung

Bäuerinnen und Bauern ziehen Lose um Alpen, auf deren Wiesen sie ab 2021 im Sommer für zwölf Jahre ihr Vieh weiden dürfen. Es geht um Bundesbeiträge, Milchgeld und Existenzen. Das Interesse für ihre 38 Alpen sei aber einfach zu gross, sagt Alpvogt Markus Durrer gegenüber SRF News.

«Darum haben wir uns für die Verlosung entschieden. Das ist am Fairsten.» Die Verlosung in Kerns sucht im Kanton Obwalden ihresgleichen. Die Gemeinde habe zu wenig Alpen für zu viele Bauern, begründet Alpvogt Markus Durrer die Tradition.

Eine Frau zieht ein Los aus dem alten, hölzernen Butterfass.
Legende: Insgesamt 76 Älplerinnen und Älpler möchten eine der 38 Alpen bewirtschaften. Sie ziehen ein Los aus dem alten, hölzernen Butterfass. Keystone

Es ist 8 Uhr und nassgrau draussen, drinnen an den langen Festbänken stehen 960 Stühle, von denen schon wenig später keiner mehr leer sein wird. Das Interesse sei halt gross, sagt Alpvogt Markus Durrer. Die landwirtschaftlichen Sommersitze, um die es am Samstag geht, gehören der «Alpgenossenschaft Kerns ausserhalb der steinernen Brücke». Viele der 2500 Alpgenossen wollen miterleben, wenn ausgelost wird, wer ab 2021 welche Alp bewirtschaften darf. «Für gewisse Alpen bewirbt sich nur ein Bauer - für andere haben wir 40 Bewerbungen», sagt Markus Durrer.

Je nach Qualität und Grösse der Alp gibt es unterschiedlich viele Bewerbungen.
Autor: Markus DurrerAlpvogt Kerns

Es gebe grosse Unterschiede bezüglich der Qualität der einzelnen Alpen, die bis auch 2000 Meter über Meer im Gebiet der Melchsee-Frutt liegen. Die Alpgenossenschaft besitzt über 2600 Hektaren Land oder einen Drittel der Fläche der Gemeinde Kerns. Davon sind 1900 Hektaren Wies- und Alpland.

Kein böses Blut und keine Jubelveranstaltung

Natürlich sei es hart für einen Bauern, wenn er nach 12 Jahren keine Alp mehr bewirtschaften könne, sagt Markus Durrer. «Das kann 25 Prozent der Betriebsgrösse ausmachen, ob eben eine Alp zum Bauernbetrieb gehört oder nicht.» Darum sei es gut, finde die Verlosung schon jetzt statt. «Die neue Verteilung tritt erst auf 2021 in Kraft. So kann eine Bauernfamilie auf die neuen Umstände noch reagieren», sagt Durrer. Böses Blut gebe es wegen der Verlosung aber nicht.

Der Losentscheid wird akzeptiert.
Autor: Markus DurrerAlpvogt Kerns

Wo es Verlierer gibt, gibt es aber auch Sieger. Diese vermeiden aber ausgelassenen Jubel. «Die Alpverlosung ist keine Jubelveranstaltung und kein Fest», sagt Alpvogt Markus Durrer. Es gebe zwar zwischendurch auch Ländlermusik: «Wir machen aber nicht Rambazamba - das würde nicht passen.»

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?