Badflue: Felssturz-Gefahr noch nicht gebannt

In der Nähe von Wolhusen müssen an der Stelle, an der sich im Januar ein Felssturz mit Überschwemmung und Millionen-Schaden ereignet hatte, grössere Gesteinsmassen abgetragen werden. Laut den zuständigen Behörden bestehe das Risiko für erneute Felsniedergänge.

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Bildlegende: Die Badflue bei Wolhusen: Der Fels muss mit Baggern abgetragen werden. Keystone

Im Gebiet Badflue und entlang der Kleinen Emme in Wolhusen und Werthenstein sollen rund 22'000 Kubikmeter Fels abtransportiert werden, wie die Luzerner Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Die Vorbereitungsarbeiten beginnen am Montag. Rund eine Woche später soll mit dem eigentlichen Felsabbau, der bis im Sommer dauert, begonnen werden.

Bagger kratzen Fels ab

Zum Einsatz für die gefährlichen Arbeiten kommen Bagger, die die lockeren und überhängenden Felspartien abkratzen, wie Albin Schmidhauser, Abteilungsleiter Naturgefahren beim Kanton Luzern, auf Anfrage sagte.

Auf Sprengarbeiten werde aus Sicherheitsgründen verzichtet: «Der Fels ist derart brüchig, dass auch keine Bohrlöcher möglich sind.»

Am 11. Januar hatte sich bei der Badflue eine tausend Quadratmeter grosse Felsplatte gelöst. Der abgestürzte Fels fiel in die Kleine Emme. Dadurch wurde ein nahes Wohn- und Gewerbegebiet überschwemmt. Gegen 20 Personen wurden vorübergehend evakuiert. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden überstieg die Millionen-Grenze.

Neue Überhänge entstanden

Geologische Untersuchungen nach ersten Sicherungsmassnahmen hätten nun gezeigt, dass gewisse Felsüberhänge nach wie vor absturzgefährdet seien, heisst es in der Mitteilung des Kantons. Aufgrund des Felssturzes hätten sich neue, ebenfalls absturzgefährdete Überhänge gebildet.

Weitere Felsabbrüche und darauf folgende Hochwasser, Flutwellen und Steinschläge seien möglich, schreiben die Behörden. Es bestehe das Risiko, dass ein vergleichbares Schadenereignis wie im Januar 2016 eintrete, begründet der Kanton die Sofortmassnahmen.