Bald ist der Ofen aus in der KVA Ibach

Im Jahr 1971 wurde die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Ibach in Luzern in Betrieb genommen. In der ersten Januarwoche 2015 ist nun Ende Feuer. Mit der grossen Anlage Renergia in Perlen geht die Abfallentsorgung in der Region Zentralschweiz in eine neue Ära.

Kehrichtverbrennungsanlage mit Kaminen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die KVA Ibach hat zu Jahresbeginn 2015 ausgedient. zvg

Die Abschaltung wird mit Gästen gefeiert am 9. Januar 2015. Dies teilt Recycling, Entsorgung, Abwasser Luzern (Real) mit. Die Gebäude der KVA Ibach werden nach der Stilllegung noch bestehen bleiben, bis die Nachfolgenutzung des Areals klar ist. Ein möglicher Ausbau der Autobahn mit dem geplanten Bypass würde das Grundstück massgeblich beanspruchen.

Nicht nur die Abfallentsorgung steht bei der Anlage im Vordergrund, sondern auch die Energiegewinnung. So konnte die entstehende Abwärme in einem Fernwärmenetz genutzt werden. Geheizt werden unter anderem das Luzerner Kantonsspital und das Emmen Center.

Mit der Stilllegung der KVA Ibach geht dann die Renergia Zentralschweiz in Perlen in Betrieb. Es handelt sich dabei um die modernste KVA der Schweiz.

Pioniertat in der Fernwärmenutzung

Dass die Wärme, die durch die Verbrennung des Güsels entstand, von Beginn an genutzt wurde, bezeichnet Real-Chef Martin Zumstein heute als weitsichtig. Schliesslich war in den 60er-Jahren, als Ibach geplant wurde, der Preis des Heizöls noch sehr tief.

Das Fernwärmenetz muss jetzt aus anderer Quelle gespeist werden. Wie die Lösung aussieht, ist heute noch nicht ganz klar. Zur Diskussion stehen zwei Varianten: Ein Holzheizwerk oder eine Kombination zwischen Holzheizwerk und Abwärmenutzung. Diese Abwärme entsteht in der Stahlkocherei von Schmolz & Bickenbach im Littauerboden.

Die Finanzierung von letzterem ist noch nicht gesichert. Ein Entscheid soll im Frühjahr 2015 fallen. Als Überbrückung wird das Fernwärmenetz mit einer Gasfeuerung gespeist.