Beeindruckendes, modernes Theater aus dem Balkan

Unter dem Titel «Keine Stücke über Krieg» zeigt das Luzerner Theater drei zeitgenössische Werke aus der Region des früheren Jugoslawiens. Der Abend bietet politisches, gesellschaftskritisches Theater von hoher literarischer Qualität.

Düster und ergreifend: Szene aus «Gesicht aus Glas» von Marija Karaklajic. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Düster und ergreifend: Szene aus «Gesicht aus Glas» von Marija Karaklajic. zvg

Von Abgründen im Kosovo handelt eines von drei Kurzstücken aus dem Balkan, die das Luzerner Theater zeigt. Jeton Nezirajs «Yue Madeleine Yue» macht den Theaterbesuch für sich alleine bereits lohnenswert. Behandelt werden hier Korruption und Rassismus in der kosovarischen Hauptstadt Pristina.

Die Tochter eines Roma-Ehepaares fällt auf dem Rückweg von der Schule in eine unzureichend ausgeschilderte Baugrube und verletzt sich dabei schwer. Der Vater fordert hartnäckig Gerechtigkeit ein, wird aber ständig auf brutale Weise abgewiesen. Die Satire funktioniert gerade auch dank des einfühlsamen Spiels der Schauspielerinnen und Schauspieler, die immer wieder ihre Rollen wechseln.

In anderem Stil, aber auch voller Intensität, kommen die beiden anderen Stücke des dreiteiligen Abends daher: «Gesicht aus Glas» von Marija Karaklaji aus Serbien und «Wie wenn das eine Vorstellung wäre... Eine Mausefalle» von Almir Imsirevic aus Bosnien-Herzegowina.

Alle drei Beiträge in «Keine Stücke über Krieg» sind in Luzern als deutschsprachige Erstaufführungen zu sehen. Gezeigt werden sie im Rahmen des deutschschweizweiten, spartenübergreifenden Festival Culturescapes, das dieses Jahr dem Balkanraum gewidmet ist.