«Beim Rudern geniesse ich es, kein Leader sein zu müssen»

Die Stadtluzernerin Doris Russi Schurter ist vor kurzem neu in den Verwaltungsrat der Swiss gewählt worden. Mit ihren verschiedenen anderen Mandaten, unter anderem bei der Helvetia, bei Swissgrid oder der Luzerner Kantonalbank, gehört sie zu den einflussreichsten Wirtschaftsfrauen.

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Bildlegende: Doris Russi Schurter hat immer Karriere und Familie unter einen Hut bringen wollen. SRF

«Ich habe mich schon während des Jus-Studiums nicht als klassische Anwältin gesehen, sondern in der Wirtschaft», sagt die 60-jährige Doris Russi Schurter. Heute ist sie Verwaltungsratspräsidentin bei der LZ Medien Holding, Vizepräsidentin bei der Helvetia-Versicherungen und bei Swissgrid, Verwaltungsrätin bei der Luzerner Kantonalbank, sowie neu auch im strategischen Führungsgremium bei der Swiss.

Frauen haben heute bessere Chancen

«Gut ausgebildete Frauen, die Karriere machen wollen, haben es heute fast einfacher als Männer, weil es sich kein Unternehmen leisten kann, die Frauenfrage zu ignorieren», sagt Russi. Dass sie in den Verwaltungsrat verschiedener grosser Unternehmungen berufen wurde, habe mit geleisteter Arbeit und mit Beziehungen zu tun: «Es ist halt schon so: In der Schweiz kennt man einander und hat viele gemeinsame Netzwerke».

Familie und Karriere

Sie habe ihre Karriere und Familie nur unter einen Hut bringen können, weil sie eine gute Organisation gehabt habe und einen «pflegeleichten» Sohn. «Mit mehreren Kindern weiss ich nicht, ob ich das alles geschafft habe», sagt Russi.

Rudern ohne Lead

Zum Ausgleich, sagt die elegante, sportliche Frau, würde sie regelmässig am frühen Morgen auf dem Vierwaldstättersee rudern. Sie sei gerne in einem grossen Boot ohne Taktgeberin sein zu müssen. «Ich finde es richtig schön, keine Verantwortung haben zu müssen und nur auszuführen. Das hat auch seine Qualität», sagt Doris Russi mit einem Lachen.