Bundes-Asylzentrum in der Zentralschweiz wird überprüft

In Schwyz soll ein Ausreise-Asylzentrum mit bis zu 400 Plätzen entstehen. Der Schwyzer Regierungsrat hat ungewohnt scharf beim Bundesrat interveniert. Nun zeigt sich die zuständige Bundesrätin Sommaruga gesprächsbereit: Die Standorte Schwyz und Glaubenberg sollen nochmals überprüft werden.

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Bildlegende: Auf dem Areal Wintersried in Seewen das einzige Zentralschweizer Bundesasylzentrum entstehen. Christian Oechslin SRF

Das Baugesuch des neuen Asyl-Ausreisezentrums in den bundeseigenen Hallen in Schwyz-Seewen ist bereits eingereicht. Ende Jahr hatten der Bund und die Gemeinde Schwyz einen entsprechenden Deal für das neue Zentrum unterschrieben. Die Schwyzer Regierung ist dagegen und verlangte mit einem geharnischten Brief eine Aussprache mit dem Bundesrat.

Bundesrätin Sommaruga gesprächsbereit

Die letzten Tage erhielt die Schwyzer Regierung Antwort von der zuständigen Bundesrätin Simonetta Sommaruga, das berichtet die «Zentralschweiz am Sonntag». Der Schwyzer Regierungsrat Andreas Barraud bestätigt: «Wir nehmen positiv entgegen, dass der Bund unsere Anliegen betreffend der Standortfrage ernst nimmt und die Türen für weitere Diskussionen offen bleiben.» Der Bund habe zugesichert, dass die Standorte Seewen (SZ) und der Standort Glaubenberg (OW) nochmals überprüft und gegenübergestellt würden.

Zwei kleinere Ausreisezentren

«Wichtig ist auch, dass ebenfalls die Option mit zwei kleineren Ausreisezentren geprüft werden», sagt der für das Asylwesen zuständige Schwyzer Regierungsrat Andreas Barraud (SVP). Sollten anschliessend weiter Differenzen bestehen, würde Bundesrätin Sommaruga für Aussprachen zur Verfügung stehen, heisse es im Antwortschreiben des Bundes.

Widerstand bleibt

Der Zeitplan für die weiteren Abklärungen sei der Schwyzer Regierung noch nicht bekannt, aber er gehe davon aus, dass man mit dem Staatssekretariat für Migration die nächsten Tage in Kontakt treten werde. «Wir sind zufrieden, dass man nochmals diskutiert», sagt Barraud, «aber die Schwyzer Regierung bleibt dabei, sie will kein Bundesasylzentrum, auch kein kleineres, da es ein absolut ungünstiger Standort inmitten einem prosperierenden Gebiet ist.»

Obwalden bietet Hand

Obwalden will bei der Errichtung eines Bundesasyl-Ausreisezentrums Hand bieten. Die Obwaldner Regierungsrätin Maya Büchi hält es für prüfenswert, den Betrieb im Asylzentrum Glaubenberg zu verlängern und mit einem Ausreisezentrum zu kombinieren, dies hat sie kürzlich gegenüber Radio SRF bestätigt. Auf dem Glaubenberg könnte ein Teil der Plätze geschaffen werden, welche die Asylverfahrensregion Zentral- und Südschweiz bereitstellen muss. Den anderen Teil der Ausreiseplätze könnte in Schwyz eingerichtet werden.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr und 06:32 Uhr