Bundesgericht befasst sich wieder mit Unfall am Stanserhorn

Das Bundesgericht muss erneut über das tödliche Lawinenunglück von 2012 am Stanserhorn befinden. Ein Bahnarbeiter, der im Februar vom Nidwaldner Obergericht zum zweiten Mal wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde, hat Beschwerde eingereicht. Er verlangt einen Freispruch.

Die Beschwerde sei vergangene Woche beim Bundesgericht eingebracht worden, sagte Heinz Keller, Verwaltungsratspräsident der Stanserhorn-Bahn, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Der Mitarbeiter und das Bahnunternehmen seien mit einzelnen Beurteilungen des Obergerichts grundsätzlich nicht einverstanden, sagte Keller. Dazu zählten insbesondere die Lawinensituation am Unglückstag sowie die Vorhersehbarkeit.

Rettungsarbeiten nach einem Lawinenniedergang am Stanserhorn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Unfall ereignete sich beim Bau der neuen Cabrio-Bahn auf das Stanserhorn. Kantonspolizei Nidwalden

Beim Lawinenniedergang vom 24. Februar 2012 am Stanserhorn während Bauarbeiten zur neuen Cabrio-Bahn war ein 33-jähriger Baggerführer ums Leben gekommen. Im Februar hatte das Obergericht erklärt, der Mitarbeiter hätte den Lawinentod des Baggerführers verhindern können.

Das Bundesgericht hatte im Juli 2015 einen ersten Schuldspruch des Obergerichts wegen fahrlässiger Tötung mangels ausführlicher Begründungen aufgehoben.