Christiane Leister schweisst Kunststoffe mit High-Tech

Seit 20 Jahren ist Christiane Leister Chefin des Obwaldner Leister-Konzerns. In dieser Zeit ist die Firma besonders im Ausland gewachsen, so auch in China. Um sich da gegen die Konkurrenz von Billig-Kopien ihrer Qualitäts-Maschinen zu behaupten, lässt sie eigene Billig-Varianten produzieren.

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Bildlegende: Christiane Leister: «Wir sagen immer: Leister kommt von Leistung» ZVG

Kunststoffe verschweissen ist das Hauptgeschäft des Obwaldner Konzerns Leister. Die grünen Maschinen machen Schweiss-Nähte auf Zahnpasta-Tuben, Abfluss-Rohren, Flachdächern oder in Tunnelverkleidungen.

Vor 20 Jahren hat Christiane Leister das Unternehmen von ihrem verstorbenen Ehemann übernommen. «Technik und Naturwissenschaften haben mich schon in der Schule fasziniert», erklärt die Leister-Chefin. Trotzdem sei sie als Frau in der Funktion der Chefin eines High-Tech-Unternehmens oft unterschätzt worden. Sich durchzusetzen sei für sie aber kaum ein Problem. «Es geht ja nicht um Muskelkraft, sondern um geistigen Sport, und da sind die Spiesse gleich lang.»

Teamgeist statt Machtgehabe

Innerhalb des Konzerns setzt sie vor allem auf Teams, die viel Verantwortung übernehmen: Unternehmer im Unternehmen, heisst das bei Christiane Leister. Mit Machtgehabe könne man kein Unternehmen führen. Viel mehr brauche es motivierte Mitarbeiter und klare Strukturen.

Als wichtigste Märkte der Zukunft sieht Christiane Leister die wachsenden Wirtschaftsstandorte in Asien und Lateinamerika. Sich da mit Schweizer Qualitätsprodukten zu behaupten, sei allerdings schwierig. Zudem gäbe es vor allem in China schnell Billig-Kopien der Geräte. Deshalb habe sie den Spiess einfach umgedreht: «Wir produzieren in unseren chinesischen Fabriken von den beliebtesten Maschinen eigene Billig-Versionen, die wir in diesen Ländern zu Marktpreisen verkaufen können.»

Um die Zukunft ihres Unternehmens zu sichern, will sich die Inhaberin Christiane Leister nach und nach aus der Leitung zurückziehen. «Meine Position ist voll ersetzbar. Ersetzt wird sie aber erst, wenn auch Platz gemacht wird», erklärt die Obwaldner Unternehmerin.