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Der Luzerner Wirtschaftsdirektor Fabian Peter äussert sich zu den nächsten Schritten für die Stützung der Wirtschaft.
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 15.03.2020.
abspielen. Laufzeit 07:43 Minuten.
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Coronavirus und die Wirtschaft Regierungsrat Fabian Peter: «Es wird weitere Branchen treffen»

Der Luzerner Wirtschaftsdirektor Fabian Peter nimmt Stellung zu möglichen Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft und zu kurz- und mittelfristigen Stabilisierungsmassnahmen.

SRF News: Fabian Peter, gibt es für Sie als Luzerner Wirtschaftsdirektor überhaupt noch ein anderes Thema als das Coronavirus?

Regierungsrat Fabian Peter: In den letzten Tagen hat mich dies enorm beschäftigt. Als dann die Massnahmen des Bundes klar wurden - dann tat mir dies als ehemaliger Unternehmer natürlich sehr weh. Aber jetzt geht es um die Gesundheit, und diese erfordert im Moment von uns allen gravierende, einschneidende Massnahmen. Für die Wirtschaft wird dies erhebliche Probleme auslösen mit möglicherweise existenziellen Folgen. Hier hat der Bund eine Lösung für das ganze Land getroffen, darüber bin ich sehr froh.

Sie haben Mitte Woche einen Brief an den Bund geschrieben und darin Massnahmen gefordert. Jetzt gibt es 10 Milliarden für die Stützung der Wirtschaft. Reicht das?

Ob es reicht, kann man heute noch nicht sagen. Es hängt ganz stark davon ab, wie lange diese Krise dauert. Wichtig ist, dass gut aufgestellte Unternehmen die Liquidität gewährleisten können, dass wir das Ausfallrisiko minimieren können. Im Moment kann es knapp werden. Da müssen wir stützen. Der Bund tut dies mit seinem Paket. Allenfalls müssen wir als Kanton noch ergänzen. Das wird jetzt geprüft.

Blicken wir auf die Luzerner Wirtschaft. Wie oft werden Sie persönlich von Unternehmern kontaktiert?

Persönliche Kontakte halten sich in Grenzen. Aber wir haben für die nächste Woche eine Koordinationssitzung vereinbart mit Vertretern der Wirtschaft - vor allem mit den aktuell betroffenen Branchen Tourismus, Events oder Messe. Wir werden auch mit der Luzerner Kantonalbank Gespräche führen. Wir sagen uns: Wenn wir schon als Mehrheitsaktionär so quasi eine eigene Bank haben, dann möchten wir schauen, ob die Bank Liquiditätsengpässe überbrücken kann. Das wird alles nächste Woche geprüft.

Wir reden jetzt von der Tourismus- und Eventbranche. Welche Wirtschaftszweige wird es sonst noch treffen?

Als nächstes werden es die vor- und nachgelagerten Branchen zu spüren bekommen. Wenn keine Anlässe mehr stattfinden, gibt es beispielsweise auch in der Werbung Einbussen. Falls erste Unternehmen oder Privatpersonen zahlungsunfähig werden, sind dann auf einmal noch ganz andere Branchen betroffen. Deshalb ist die Sicherstellung der Liquidität so dringend notwendig.

Fabian Peter - aktuell befinden wir uns im akuten Krisenmodus. Dies sowohl bei der Ausbreitung der Krankheit wie auch bei den wirtschaftlichen Auswirkungen. Haben Sie ein mittel- oder langfristiges Szenario im Kopf?

Es gibt natürlich unterschiedliche Szenarien, die möglich sind. Es gibt auf allen Ebenen sehr viele Unsicherheiten. Wir hoffen, dass das Ganze möglichst bald wieder ein normales Ausmass annimmt. Wann das sein wird, da wagt niemand etwas genaueres zu sagen. Es gibt Leute, die davon sprechen, dass sich die Situation gegen den Sommer beruhigen wird. Das sind Prognosen, und diese sind nach meiner Einschätzung sehr unsicher.

Das Gespräch führte Mirjam Breu.

Regionaljournal Zentralschweiz, 15.03.2020, 17.30 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Solidarisch wäre auch, cwenn Herr und Frau Schweizer ihre Ferien ind der Schweiz verbringen würden und den "Einheimischen Tourismus, wie Bergbahnen, Bergrestaurants und Hütten unterstützen" !
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  • Kommentar von Daniel Wacek  (TexxBomb)
    Interessanterweise fliesst wegen der "Coronakrise" plötzlich Geld und es werden Massnahmen getroffen welche MASSIVE negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, v.a. auf die "Kleinen", z.B. Gastrobetriebe. Wegen der Flüchtlingskrise mit tausenden von Todesopfern und der Klimakrise, die leider nicht so unmittelbar spürbar ist, wurden und werden die meisten wirksamen Massnahmen abgelehnt, weil sie "schädlich für die Wirtschaft" sind. Bitte um Erklärung.
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  • Kommentar von Rainer Fauser  (Rainer Fauser)
    @Pfister: Die Ausnahmesituation sollte für alle laufend wiederkehrenden Zahlungen des Monats gelten, auch für Bankkredite, ausserdem Versicherungsbeiträge, Krankenkasse etc.. Wenn, dann müssen Alle Zahlungsempfänger bluten, nicht nur die Zahler Kreti und Pleti.
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