«Das Haus der Zukunft muss sich selbst mit Energie versorgen»

Um die Energieziele des Bundes zu erreichen, muss man beim Bauen dafür sorgen, dass die künftigen Häuser sich selbst mit Energie versorgen. Das erreicht man mit einer guten Dämmung und mit der Produktion von erneuerbarer Energie. Hier kommt der Sonne eine zentrale Rolle zu.

Schon jetzt können Häuser gebaut werden, die mehr Energie produzieren, als sie brauchen. Ein solches Haus, das im Minergie A Eco-Standard gebaut wurde, steht in Kriens. «Als Energieplaner beschäftige ich mich seit über 20 Jahren mit Energiefragen», erklärt Bauherr Markus Portmann. «So war es auch von Anfang an klar, dass der Neubau den strengsten Standards gerecht werden muss.»

Das Haus produziert mehr Energie, als es braucht

Das Krienser Mehrfamilienhaus ist ein Holzbau mit Beton-Fundament. Bei der Auswahl des Holzes, habe man auf Weisstanne aus der Region gesetzt, ein eher untypisches Material, das sich aber perfekt geeignet habe, betont der Krienser Energieplaner. Sein Haus produziert im Jahresvergleich deutlich mehr Energie, als es braucht. Portmann bedauert, dass die Netze der Energieversorger noch nicht genug intelligent sind, diese Energie weiter verwenden zu können.

«Besonders das Raumklima hat mich überrascht», erklärt der Luzerner Fotograf Emanuel Ammon, welcher zu den ersten Bewohnern des Hauses gehört. Er habe zwar noch nicht alle technischen Finessen durchschaut, das werde sich aber in den nächsten Monaten noch ändern. Bestechend sei aber die Qualität des Baus. Ammon hat die Entstehung des Hauses dokumentiert.

Viel Behaglichkeit

Urs Rieder, Spezialist für Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Urs Rieder, Leiter Abteilung Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern. SRF

«Dies ist der künftige Standard im Hausbau», sagt Urs Rieder von der Hochschule Luzern im Gespräch mit dem Regionaljournal Zentralschweiz. «Häuser werden mit viel intelligenter Technik ausgestattet sein. Dies hat aber keinen Einfluss auf die Behaglichkeit der Häuser. Wir werden auch künftig in Häusern und nicht in Maschinen wohnen».

Bei Neubauten sei dies unterdessen die Norm. Viel wichtiger sei es aber, dass auch bei der Sanierung von Altbauten noch mehr darauf geachtet werde, dass jeder Sanierungsschritt in Richtung mehr Energieeffizienz gehe, so Urs Rieder weiter.