Schräglift läuft rund Das neue «Gütsch-Bähnli» in der Stadt Luzern floriert

Die Bahn hat rund eine Viertelmillion Gäste befördert im ersten Betriebsjahr seit der grossen Sanierung. Das bereitet nicht nur Freude.

Die eine Kabine der Luzerner Gütschbahn bei der Einfahrt in die Bergstation. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Bahn ist rund 170 Meter lang. Die Fahrt mit einer der beiden Kabinen dauert rund anderthalb Minuten. zvg / www.standseilbahnen.ch

Die Vorgeschichte: Die historische Gütschbahn, die auf den Hausberg der Stadt Luzern führt, besteht seit über 130 Jahren. Sie gehört zum Hotel Château Gütsch. Dessen Inhaber ist der russische Milliardär Alexander Lebedev. Sieben Jahre lang stand die Bahn still, weil unklar war, wer für die Sanierung und den Betrieb der Bahn aufkommen sollte.

Der Gütsch ist wieder geöffnet

3:41 min, aus Schweiz aktuell vom 26.5.2014

Ende November 2014 dann der Durchbruch: Die Bevölkerung stimmte zu, dass die Stadt rund 1,7 Millionen Franken an die Arbeiten und den Betrieb zahlt. Für die ersten fünf Jahre. Ende September 2015 wurde die Bahn schliesslich als Schräglift wieder eröffnet.

Der Erfolg: Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die Bahn nach der Sanierung mit ihren beiden 8er-Kabinen jährlich rund 60'000 Fahrgäste befördern würde.

Die Zählung im ersten Betriebsjahr durch die Luzerner Verkehrsbetriebe zeigt nun: Rund 250'000 Personen benutzten den Schräglift per Ende September 2016. Benutzt wird er von den Gästen des Schlosshotels, von Bewohnern des Gütsch-Quartiers sowie von Ausflüglern. Die Bahn kann während rund 20 Stunden am Tag selbstständig benutzt werden; früher gab es einen Fahrplan.

Die Folgen: Wegen der überraschend intensiven Benützung des Lifts lassen die verantwortlichen Hotel-Betreiber viermal pro Halbjahr einen grossen Service machen – vorher waren es zwei. Dazu kommen laut Hotel-Auskunft sporadisch kleinere Arbeiten. «Das beschert uns deutlich höhere Kosten als angenommen», sagt Hotel-Direktor Tim Moitzi auf Anfrage von Radio SRF. Entsprechend lasse sich die Anlage – trotz grösserem Zulauf – nicht kostendeckend betreiben.

Die Begehrlichkeiten: Mit dem «Ja» an der Abstimmung 2014 stimmte die Bevölkerung auch zu, dass die Stadt 250'000 Franken an die Betriebskosten der ersten Jahre beisteuert. Wenn die Bahn nun besser läuft als prognostiziert, weckt dies dennoch bei der Stadt als Mitzahlerin keine Begehrlichkeiten. Der zuständige Stadtrat Adrian Borgula sagt gegenüber Radio SRF: «Vertrag ist Vertrag. Bei allfälligen Nachverhandlungen wären wir in der schwächeren Position. Sowieso wollen wir nun zuerst schauen, wie das zweite Betriebsjahr läuft.»