Der Bundesbrief feiert 725.Geburtstag

Das vermutlich berühmteste Dokument der Schweiz feiert Geburtstag: 725 Jahre Bundesbrief. Der Bundesbrief war ein Landfriedensbündnis und wurde erst im 19. Jahrhundert zur Gründungsurkunde erklärt. Er sei bis heute Teil unserer Kultur und Identität, sagt die Leiterin des Bundesbriefmuseums.

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Bildlegende: Der Bundesbrief ist echt und stammt laut Wissenschaft aus der Zeit zwischen 1252 bis 1312. Keystone

Der Bundesbrief wurde 500 Jahre lang nicht erwähnt, erst 1724 wurde die Urkunde im Schwyzer Archiv «entdeckt». «Man muss davon ausgehen, dass der Bundesbrief im Mittelalter nur eine geringe Bedeutung hatte», sagt Annina Michel, Leiterin des Bundesbriefmuseums gegenüber Radio SRF.

Grosse Bedeutung kam erst im 19.Jahrhundert

«Nachdem der Bundesbrief zur Gründungsurkunde der Eidgenossenschaft erklärt wurde, hat er dem jungen Bundesstaat gemeinsame Wurzeln gegeben und zur Etablierung des Gemeinschafts- und Nationalgefühls beigetragen», sagt Michel. Besonders in den Krisenzeiten des Zweiten Weltkrieges war der Bundesbrief Symbol für Werte wie Unabhängigkeit, Freiheit und Widerstand gegen Unterdrückung. Er habe deshalb grossen Einfluss gehabt auf die Schweiz und sei bis heute Teil unserer Kultur und Identität.

Öffentliche Führungen zum Jubiläum

Das Jubiläum des Bundesbriefes wird mit öffentlichen Führungen gefeiert. Die Führungen im Bundesbriefmuseum in Schwyz drehen sich um seine Bedeutung und Funktion.

Die nächsten Führungen finden am 1. August, 17. September und 1. Oktober 2016 statt.