«Der Fusionsabbruch ist undemokratisch und unfair»

Der Gemeinderat der Luzerner Gemeinde Wauwil hat die Fusionsverhandlungen mit Egolzwil einseitig abgebrochen. Dieses Vorgehen sorgt in den betroffenen Gemeinden für rote Köpfe. Auch deswegen, weil die Gründe für diesen Schritt bis heute nicht klar sind. Jetzt wehren sich Parteien und Bürger.

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Bildlegende: Die Fusion zwischen Egolzwil und Wauwil ist in der Schwebe. zvg

Die Enttäuschung und die Konsternation über den einseitigen Abbruch der Fusionsverhandlungen durch den Gemeinderat von Wauwil sitzen tief. Diesen Schritt gab er am Dienstag bekannt; nichts gesagt hat der Gemeinderat bis jetzt zu den Beweggründen für diesen Entscheid.

«Weckruf für die Bevölkerung»

Diese Vorgehen gehe nicht. Es verstosse gegen die Regeln der Demokratie und der Fairness, sagt Hansjörg Gassmann. Der Wauwiler ist ehemaliger Luzerner Regierungsstatthalter. Zusammen mit seiner Frau, der ehemaligen Gemeindepräsidentin von Wauwil, hat er bei der Luzerner Regieurng eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht. «Diese Aufsichtsbeschwerde ist ein Weckruf für die Bevölkerung, um sie zu sensibilisieren, dass dieses Vorgehen so nicht geht.»

Widerstand der Ortsparteien

In Egolzwil und Wauwil verlangen die Ortsparteipräsidenten beider Dörfer eine Volksabstimmung über eine Gemeindefusion. Sie haben dazu eine Petition lanciert und verlangen, dass die Verhandlungen über eine Gemeinde- und Schulfusion spätestens ab dem 1. Oktober weitergehen.

Der Egolzwiler Gemeinderat machte am Dienstag in einem offenen Brief den einseitigen Abbruch der Fusionsbemühungen von Seiten Wauwils publik. Der Gemeinderat von Wauwil nannte in einer spärlichen Mitteilung als Grund für den Abbruch, dass in wichtigen Punkten der erwartete Grad der Übereinstimmung für die erfolgreiche Führung der fusionierten Gemeinde noch nicht erreicht sei.