Die Diskussion über den richtigen Umgang mit Güllensündern

Luzerner Fischer kritisieren seit Jahren, dass die Behörden zuwenig gegen Bauern vorgehen, die den Umgang mit der Gülle nicht im Griff haben. Bauernverband und Behörden hoffen dagegen weiterhin auf die Wirkung von Infokampagnen. Die Staatsanwaltschaft erklärt, sie sei heute strenger als früher.

Ein Bauer trägt Gülle aus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Güllen auf schneebedecktem Boden - hier in Meggen im Jahr 2009. Keystone

35 Güllenunfälle hat es im Kanton Luzern im Jahr 2013 gegeben, das sind mehr als in den drei Vorjahren. Für jede zweite Gewässerverschmutzung ist also Gülle verantwortlich.

Dass die Unfälle nicht zurückgehen, zeigt für den Präsidenten des Fischereiverbandes des Kantons Luzern, Franz Häfliger, eine arrogante Haltung einiger weniger Bauern. Aber er macht auch die Behörden verantwortlich. Sie gingen zu nachsichtig mit Güllesündern um.

Gegen diesen Vorwurf wehrt sich der Geschäftsführer des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes, Stefan Heller. Es seien häufig schwierige Umstände in der täglichen Arbeit, welche zu Gülleunfällen führten.

Man setze intensiv auf die Schulung und Sensibilisierung der Landwirte. Und auch Fritz Birrer vom Luzerner Amt für Landwirtschaft ist überzeugt, dass nur Information und Schulung Fortschritte brächten.

Bei der Strafverfolgung setzten die Staatsanwälte im Kanton Luzern seit Ende 2012 auf eine einheitliche Praxis bei der Beurteilung von Gülledelikten, erklärt Oberstaatsanwalt Daniel Burri. Dadurch seien die Strafen strenger geworden.