«Die Hirschhorn-Reaktion war suboptimal»

Der Zuger Peter Bieri politisiert seit 20 Jahren für die CVP im Ständerat. Nun tritt der 62-jährige auf Ende 2015 zurück. Der grosse Verfechter für den öffentlichen Verkehr stand vor allem 2004 im Rampenlicht mit seinem Antrag wegen der umstrittenen Hirschhorn-Ausstellung in Paris.

Der Zuger Peter Bieri (Mitte) kandidiert nach 20 Jahren im Ständerat nicht mehr. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Zuger Peter Bieri (Mitte) kandidiert nach 20 Jahren im Ständerat nicht mehr. Keystone

Peter Bieris Kolleginnen und Kollegen im Ständerat bezeichnen den Hünenberger als «Doyen des Ständerats». Nach acht Jahren im Gemeindrat Hünenberg wurde Peter Bieri 1994 in den Ständerat gewählt. Im Rückblick ist aus seiner Sicht der Ständerat «parteipolitischer» geworden.

Bei seinem Amtsantritt 1995 habe es im «Stöckli» viele Professoren gegeben oder wohlverdiente Regierungsräte. Für Peter Bieri war damals klar, dass er sich «unheimlich zusammenreissen» müsse, um intellektuell mithalten zu können.

Affäre Hirschhorn

In die Kritik geriet Peter Bieri 2004. Sein Antrag der Stiftung Pro Helvetia eine Million Franken zu streichen, wegen der umstrittenen Hirschhorn-Ausstellung in Paris, fand im Parlament Unterstützung. In der Ausstellung wurden die SVP und Christoph Blocher symbolisch massiv kritisiert. Peter Bieri musste sich den Vorwurf des Kulturbanausen gefallen lassen.

«Im Rückblick haben beiden Seiten überreagiert», sieht Peter Bieri gelassen zurück. Nach seinem Rücktritt werde er die Kritik in der Öffentlichkeit nicht vermissen. «Ich bin da ein wenig dünnhäutiger als andere», sagt Peter Bieri im Gespräch.

Die Zuger CVP will am 6. Januar 2015 bekanntgeben, wer als Nachfolger für den Zuger Ständeratssitz kandidieren soll. Meistgenannter Name ist der aktuelle Finanzdirektor Peter Hegglin.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr