«Die Leute werden für dumm verkauft»

Der Entscheid des Nationalrats für eine zweite Tunnelröhre am Gotthard gibt im Kanton Uri auch am Tag danach zu reden. Vor allem der Vorschlag, zwei Röhren zu bauen, diese dann jedoch nur einspurig befahren zu lassen, führt zu Verunsicherung. Dies war bei einer Stassenumfrage spürbar.

Strassenbild des Telldenkmals in Altdorf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Entscheid des Nationalrats über die zweite Tunnelröhre am Gotthard gibt in Altdorf zu reden. Keystone

Der Kanton Uri hat sich bisher bei Abstimmungen immer gegen den Bau einer zweiten Tunnelröhre am Gottahrd ausgesprochen. Bei der letzten Abstimmung vor drei Jahren gab es eine Nein-Mehrheit von 57 Prozent.

Leute sind verunsichert

Bisher traf man bei Strassenumfragen meistens Leute mit einer klaren Meinung für oder gegen den Bau einer zweiten Tunnelröhre am Gotthard. Die Variante des Bundes, den Verkehr je einspurig durch zwei Röhren zu führen, verunsichert die Leute zunehmend. «Wenn sie es so handhaben würden und tatsächlich nur je eine Spur frei gäben, dann würde ich Ja sagen», sagte eine Frau. Sie zweifle aber daran und wisse deshalb nicht mehr, wie sie abstimmen solle.

Ein weiterer Passant sagte: «Sie sollen einfach sagen, wir öffnen beide Röhren und fertig. Die Leute werden für dumm verkauft, wenn man ihnen weismachen will, dass man nur je eine Spur öffnen will.»

Demokratischer Entscheid der Schweiz nötig

Für die Regierungspräsidentin von Uri, Heidi Zgraggen, ist es Zeit, dass nach all den Diskussionen im Kanton Uri jetzt die Bevölkerung der ganzen Schweiz über die zweite Röhre abstimmen kann. Ein demokratischer Entscheid sei wichtig für die Akzeptanz auch im Kanton Uri, egal wie dann das Schweizer Volk entscheiden werde, sagt sie.