Die neuen Biosphäre-Statuten stehen im Gegenwind

In den Entlebucher Gemeinden regt sich Widerstand gegen die neuen Statuten des Biosphären-Gemeindeverbandes. Die Gegner der Statuten befürchten eine schleichende Talfusion. Die Befürworter wollen die Zusammenarbeit der Gemeinden stärken. Am 24. November kommt es in der Biosphäre zur Volksabstimmung.

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Bildlegende: Die Gemeinden im Entlebuch stimmen über die Biosphäre-Statuten ab. SRF

Im Mai hatten die Delegierten des Gemeindeverbands Unesco Biosphäre Entlebuch (UBE) den neuen Statuten mit 23 zu 10 Stimmen zugestimmt.

Ein Komitee «für demokratische Statuten in unserem Gemeindeverband UBE» ergriff dagegen das Referendum. Deshalb kommt es am 24. November in den sieben Gemeinden der UBE (Doppleschwand, Entlebuch, Escholzmatt-Marbach, Flühli, Hasle, Romoos und Schüpfheim) zu einer Volksabstimmung.

UBE-Vorstand will nähere Zusammenarbeit

Bei den Befürwortern der neuen Statuten steht die künftige Ausrichtung der UBE im Vordergrund. Der Gemeindeverband will sich ein moderneres Kleid geben.

«Mit den neuen Statuten will die UBE einen Mehrzweckverband möglich machen, um eine noch nähere Zusammenarbeit unter den Gemeinden zu ermöglichen – vor allem bei Abwasser und Kehricht», sagt der UBE-Direktor Theo Schnider gegenüber SRF.

Die UBE zwinge aber keinen Verband unter ihr Dach der Biosphäre. Die Zweckverbände würden selber und nach eigenem Zeitplan über einen möglichen Beitritt entscheiden.

Komitee kritisiert Zentralisierung

Gegen die Statutenänderung wehrt sich Peter Hofstetter vom Referendumskomitee: Es werde immer mehr in das politische Geschehen der Gemeinden eingegriffen.

Laut Peter Hofstetter besteht die Gefahr, dass es nur in einem ersten Schritt um Abwasser und Entsorgung geht. «Später kommen dann auch noch die Schulorganisation oder soziale Aufgaben hinzu.»

Eine zentrale Verwaltung könnte aus Sicht des Komitees in Zukunft die Organisation der Gemeindeaufgaben übernehmen. «Das läuft auf eine Fusion hinaus, denn dann braucht es die Verwaltung in den Gemeinden gar nicht mehr», sagt Peter Hofstetter gegenüber SRF.

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Bildlegende: Theo Schnider, Direktor Biosphäre Entlebuch SRF

Peter Hofstetter, Referendumskomitee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Peter Hofstetter, Referendumskomitee. SRF