Skispringen Ein ehemaliger Teamkollege als Trainer

Marvin Scherrer aus Schwyz betreut in diesem Winter erstmals als Trainer das B-Kader im Skispringen. Seine Schützlinge sind gleich alt wie er und grösstenteils ehemalige Teamkollegen.

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Bildlegende: Marvin Scherrer aus Schwyz ist erstmals als Trainer de Skisprung-B-Kaders unterwegs Swiss Ski

Auf der Suche nach einem jungen Schweizer Nachwuchstrainer wurde der Chef Skisprung von Swiss-Ski, Berni Schödler, im vergangenen Frühling auf der Einsiedler Schanze fündig. Dort entdeckte er Marvin Scherrer, der als ehemaliger Skispringer den Nachwuchs des Skiclubs Einsiedeln betreute. Marvin Scherrer packte die Chance und nahm Schödlers Jobangebot an.

«Erfahrungen mitnehmen»

Nach diversen Einsätzen als Trainerassistent ist Marvin Scherrer nun erstmals als verantwortlicher Trainer unterwegs und kehrte am vergangenen Wochenende auf die Engelberger Titlis-Schanze zurück, wo das B-Kader die Qualifikation zum Weltcup-Springen bestritt. Keiner seiner Schützlinge schaffte den Sprung in die Hauptwettkämpfe. «Die gesammelten Erfahrungen nehmen wir mit in den Continental-Cup und die weiteren Wettkämpfe», sagt Marvin Scherrer. Der Continental-Cup wird am 27./28.12. ebenfalls in Engelberg ausgetragen.

Nahe an einem Exploit war beim Weltcup einzig Andreas Schuler aus Rothenthurm (SZ). Wie Schuler stammen die meisten Mitglieder des B-Kaders aus der Zentralschweiz. Dazu gehören unter anderem Pascal Kälin aus Einsiedeln, der Zuger Tobias Birchler und der ebenfalls in Rothenthurm wohnhafte Luca Egloff.

Keine Autoritätsprobleme

Das Spezielle am neuen Trainer ist, dass er mit 23 Jahren praktisch gleich alt wie die Skispringer ist und im Team einige ehemalige Skisprung-Kollegen betreut. Andreas Schuler sieht dies als Vorteil: «Wir reden auf einer ganz anderen Ebene miteinander.» Autoritätsprobleme sieht Schuler indessen keine: «Im Gegenteil. Er weiss am besten, wann er mich auf etwas hinweisen muss, und wann er mich am besten in Ruhe lässt.»

Dass es Marvin Scherrer jedoch nicht einfach fiel, für den zweiten Qualifikationstag eine Auswahl zu treffen, gibt der Trainer unumwunden zu. «Es sind schwierige Entscheide. Es fällt nicht leicht, einen Athleten heimzuschicken.» Ein Kollege als Trainer mag oft eine gute Sache sein, manchmal ist es aber auch hart - für beide Seiten.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr)