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Zentralschweiz Eine neue Karte soll Wasserschäden im Kanton Luzern verhindern

Eine neue digitale Karte gibt Auskunft über mögliche Gefahren, wenn bei heftigen Niederschlägen Wasser nicht mehr im Boden versickert. Die Karte wurde von der Gebäudeversicherung und der Abteilung Naturgefahren entwickelt.

Die Karte auf der Homepage des Geoportals.
Legende: Die Karte zeigt in drei Stufen auf, wo bei Starkregen Gefährdungspotential vorliegt. Sceenshot geo.lu.ch

Bei grossen Sommergewittern kommt es immer wieder vor, dass die Böden die Wassermassen nicht mehr vollständig aufnehmen können. In der Folge entstehen neue Abflüsse – zum Teil ganze Bäche –, die sich beispielsweise über Wiesen ihren Weg suchen und grosse Schäden an Gebäuden anrichten. Man spricht in solchen Fällen von Oberflächenabfluss.

Eine Lücke schliessen

Diesem Problem will der Kanton Luzern zusammen mit der Gebäudeversicherung Abhilfe schaffen. Gemeinsam liessen sie eine digitale Karte entwickeln, die aufzeigt, wo bei starken Niederschlägen die Gefahr von Überschwemmungen durch Oberflächenabfluss besonders gross ist. Luzern ist der erste Kanton, der über eine solche Karte verfügt.

«Die Karte schliesst eine Lücke», sagt Albin Schmidhauser, Leiter der Abteilung Naturgefahren des Kantons Luzern. Denn die bereits bestehenden, sogenannten Naturgefahrenkarten der Kantone zeigten lediglich die Gefahr durch Hochwasser oder Überschwemmungen von kartografierten Gewässern.

Das Heft selbst in die Hand genommen

Laut Albin Schmidhauser hat der Bund zwar Anstrengungen unternommen, in allen Kantonen solche Karten über die Oberflächenabflüsse zu realisieren. Doch das Vorhaben sei aus verschiedenen Gründen gescheitert.

Im Kanton Luzern wurde das Projekt durch die Analyse von Schadensdokumenten aus den Jahren 2005 bis 2015 angestossen. Die Analyse habe gezeigt, dass bei Starkniederschlägen viele Gebäude- und Mobiliarschäden durch abfliessendes Oberflächenwasser verursacht wurden, sagt Markus Wigger, Spezialist für Naturgefahren bei der Gebäudeversicherung Luzern.

Versicherung übernimmt 40 Prozent

Die digitale Karte dient der Information für die Gebäudeversicherung, private Sachversicherungen, Behörden, Bauherren, Planer und Ingenieure. Sie ist über das Internet in der Kartenbibliothek des Kantons Luzern einsehbar (siehe Linkbox).

Laut Markus Wigger ist die Gebäudeversicherung Luzern daran interessiert, möglichst viele Schutzmassnahmen zu realisieren. «Wir steuern 40 Prozent des Betrags bei. Die Erfahrung zeigt, dass viele Hausbesitzer etwas unternehmen wollen, bevor es zu spät ist», freut sich Wigger.

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