Erneutes Trainingslager für anspruchsvolle Schüler

Das Projekt «Time Out Klasse» wurde 2012 erstmals durchgeführt. Zwischen den Fastnachts- und Sommerferien werden heuer erneut elf Jugendliche aus Abschlussklassen intensiv auf die Arbeitswelt vorbereitet. Dazu verlassen die jungen Männer und Frauen ihr vertrautes Umfeld.

Schüler wandern eine Wiese hinauf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine grosse Wanderung ist Bestandteil des Time Out Projekts. Sie soll den Jugendlichen ihre Grenzen aufzeigen. zvg

«Die Time Out Klasse richtet sich an Jugendliche, die im Regelbetrieb nicht mehr mitmachen können. Sei es aus schulischen oder aus disziplinarischen Gründen», erklärt Stephan Clavadetscher, Geschäftsführer der Stiftung Speranza, gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz. Die Stiftung leitet das Projekt im Auftrag des Kantons Luzern.

Grenzerfahrungen und Berufsvorbereitung

In den ersten vier Wochen nach den Fasnachtsferien ziehen die jungen Männer und Frauen in ein Haus im Jura. Dort arbeiten sie an ihrer Selbst- und Sozialkompetenz und lernen ihre Grenzen kennen. «Dazu gehört auch ein Marsch von Burgdorf nach Littau», sagt Clavadetscher weiter.

In den Räumlichkeiten der Stiftung Speranza im Gebiet Littauerboden wird den Jugendlichen einerseits Schulstoff vermittelt, andererseits steht die Berufsvorbereitung im Mittelpunkt. Bewerben, Auftritte üben, Praktika absolvieren.

Kosten sparen

Ein Platz in der 15-wöchigen Time Out Klasse kostet zwischen 12'000 und 13'000 Franken. Der Kanton und die Heimatgemeinden der Schülerinnen und Schüler tragen den Grossteil der Kosten. Auch die Stiftung Speranza beteiligt sich. Die Eltern müssen für das Essen und allfällige Transportkosten aufkommen.

Charles Vincent, der Leiter der Dienststelle Volksschulbildung des Kantons Luzern, relativiert die Kosten: «Erfahrungsgemäss finden etwa die Hälfte der Teilnehmer eine Stelle. Müssten sie ein Jahr lang ein Brückenangebot in Anspruch nehmen, würde dies doppelt so viel kosten, wie ein Platz in der Trainingsklasse.»