«Es ist so willkürlich, was in diesem Land passiert»

Die Luzerner Filmemacherin Corina Schwingruber Ilić hat zusammen mit ihrem Mann einen Film über den Alltag in Ägypten gemacht. Nach gefährlichen Dreharbeiten kann das Filmerpaar ihr Werk nun am 68. Internationalen Filmfestival in Locarno zeigen.

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Corina Schwingruber

Corina Schwingruber Ilić wurde 1981 in Werthenstein (LU) geboren. Sie studierte an den Kunsthochschulen von Basel, Belgrad und Luzern. Sie arbeitet als freischaffende Filmemacherin und unterrichtet an diversen Hochschulen. Ihr letzter Kurzfilm «BAGGERN» war nominiert für den Schweizer Filmpreis.

Seit Mittwoch läuft die 68. Ausgabe des Internationalen Filmfestivals Locarno. Im Programm läuft am Freitag auch eine Luzerner Produktion, der Kurzfilm «Just Another Day in Egypt» des Filmerpaars Corina Schwingruber Ilić und Nikola Ilić.

Schwierige Filmarbeiten vor Ort

Unter schwierigsten Bedingungen versuchten die beiden Filmer, den Alltag in Ägypten filmisch festzuhalten. Entstanden ist eine Momentaufnahme, die zeigt, wie das Land und die Gesellschaft nach einem kurzen Aufblühen während der ägyptischen Revolution wieder zurückfällt in ein Leben von Unfreiheit und Repression.

«In dieser Zeit wurden gerade Journalisten in Hotels verhaftet, wir hatten deshalb die ganze Zeit das Gefühl, dass sie nun auch unsere Wohnung stürmen», erzählt Schwingruber Ilić im Interview. Da werde man paranoid.

Weltpremiere am Filmfestival Locarno

Dass ihr Film nun zum ersten Mal überhaupt in Locarno gezeigt werde, mache sie stolz, sagt die Regisseurin weiter. Das sei sicher auch gut für ihre Karriere. Vor allem sei es aber auch wichtig, dass so die Umstände und der Alltag in Ägypten auch für ein internationales Publikum einsehbar werde.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 12:03 Uhr)