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Seit 55 Jahren engagiert für die Fasnacht: Josias Clavadetscher
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 25.02.2020.
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Faszination Fasnacht «Aus grauen Mäusen macht die Fasnacht Paradiesvögel»

Als Kind habe er zwar Angst gehabt vor den «gfürchigen» Masken, sagt Josias Clavadetscher: «Aber es heisst ja, wer Angst hat vor den Masken wird ein guter Fasnächtler, weil das Erlebnis viel tiefer geht.» Bei ihm sei das jedenfalls der Fall, seit mittlerweile 55 Jahren ist Clavadetscher aktiver Fasnächtler und tanzt heute als Mitglied einer Rott in Schwyz den Narrentanz.

Der ehemalige Chefredaktor des «Bote der Urschweiz» befasst sich aber auch auf historischer Ebene mit der Fasnacht und gilt als Experte dieses Brauchtums. Clavadetscher ist Ehrenmitglied des helvetischen Fasnachtsrings «Hefari», der sich als nationaler Verband für rund 600 Fasnachtsvereine versteht.

«Wohlstand lässt Fasnacht wachsen»

«Der Verband mischt sich nicht in die einzelnen Traditionen ein, sondern kümmert sich um eine flächendeckende Organisation.» So würden beispielsweise Kurse für Tambourmajoren oder für Vereinsbuchhaltung organisiert, sagt Clavadetscher: «Und gegenüber den Behörden setzt sich der Verband für vernünftige Vorschriften ein, was die Fasnachtswagen angeht.»

Eine bunte Fasnachtstruppe steht auf einer Treppe.
Legende: Der Bänkli-Abig in Brunnen findet jedes Jahr am Samstag nach dem Schmutzigen Donnerstag statt. Facebook , Link öffnet in einem neuen Fenster

Die Fasnacht sei in den letzten Jahren immer grösser, farbiger und intensiver geworden, was auch mit dem gewachsenen Wohlstand zu tun habe: «Wer früher eine gute Trompete hatte, galt in einer Guuggenmusig etwas; heute gibt es Guuggerinnen und Guugger, die alle zwei Jahre ein neues Instrument kaufen.» Die Zahl der Musigen aber dürfte sich stabilisieren, glaubt Clavadetscher: «Das grosse Wachstum ist wohl vorbei.»

Wenn wie in Süddeutschland 12'000 Personen an einem Umzug mitwirken und nur 3000 Leute zuschauen, dann stimmt etwas nicht mehr.
Autor: Josias Clavadetscher

Immer grösser geworden sei hingegen der Fasnachtstourismus. Clavadetscher sieht denn auch im drohenden Grössenwahnsinn eine Gefahr für die Fasnacht: «Wenn wie in Süddeutschland 12'000 Personen an einem Umzug mitwirken und nur 3000 Leute zuschauen, dann stimmt etwas nicht mehr.»

Für das Brauchtum setzt sich Clavadetscher auch auf europäischer Ebene ein, als Vize-Präsident der Närrischen Europäischen Gemeinschaft. Auch das sei ein administrativer Zusammenschluss, der sich vorab um administrative Belange kümmert, sagt Clavadetscher: «Sie ist kein Tiefkühler, der alles so lassen will, wie es ist; aber sie wehrt sich gegen Fehlentwicklungen.»

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr; heet

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