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Daniel Hegglin, warum werden die Tiere ausgewildert?
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 15.06.2020.
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Felsnische auf Melchsee-Frutt Zwei Bartgeier-Jungtiere sind ausgewildert

Die Stiftung Pro Bartgeier hat zum fünften Mal junge Bartgeier ausgewildert. Sie bringen neues Erbgut in die Gegend.

Die Jungvögel, die noch nicht flügge sind, waren in Zuchtstationen in Spanien geschlüpft. Die Stiftung Pro Bartgeier entliess die Vögel am Sonntag im eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock in der Region Melchsee-Frutt in die Freiheit.

Die Vögel sind etwas mehr als 90 Tage alt und werden in etwa drei Wochen zum ersten Mal fliegen. Sie wurden, wie schon neun Tiere vor ihnen, im Gebiet Huetstock in eine zwanzig Meter breite Nische unter einem Felsvorsprung rund 2000 Meter über Meer ausgesetzt.

Kein ungefährliches Leben

Die Vögel werden in den ersten Wochen in der Freiheit überwacht. Als Nahrung wird ihnen vom Wildhüter gesammeltes Aas hingeworfen. Sonst müssen sie sich aber allein an das Leben in der freien Wildbahn gewöhnen. Dieses ist nicht ungefährlich: 2017 starb ein junger Bartgeier im Huetstock kurz nach seinem Erstflug, als er von einer Windböe erfasst wurde und in die Tiefe stürzte.

Der Bartgeier, der sich von Kadavern ernährt, war zu Unrecht als Lämmerdieb verschrien und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet. Seit 1986 werden sie in Österreich wieder angesiedelt, seit 1991 in der Schweiz. Im Huetstock war 2015 zum ersten Mal ein junger Bartgeier ausgesetzt worden, die Aussetzung vom Sonntag war die fünfte.

In der Schweiz leben rund hundert Bartgeier. Bislang gebe es aber nur 21 Brutpaare in den Kantonen Graubünden und Wallis, sagt Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier. Ein Ziel der Auswilderung in Obwalden ist es auch, die noch kleine genetische Vielfalt der Population zu erhöhen. Mit den beiden Jungtieren komme wertvolles Erbgut in den Wildtierbestand, so Hegglin. Beide hätten Vorfahren in den Pyrenäen, deren genetische Linie in den Alpen noch wenig vertreten sei.

Bis die Vögel Nachkommen haben, dürfte es noch fünf bis sieben Jahre dauern. Erst in diesem Alter beginnen sich junge Bartgeier zu verpaaren. In den ersten Lebensjahren fliegen sie sehr weiträumig umher. Auch später umfasst das Streifgebiet des Vogels, der eine Flügelspannbreite von bis zu drei Metern hat, mehrere hundert Quadratkilometer.

Regionaljournal Zentralschweiz, 14.06.2020, 17:30 Uhr;

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