«Flüchtlinge brauchen Kontakt mit der Bevölkerung»

Die Asylzentren des Bundes werden durch das Staatssekretariat für Migration betrieben. Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist dabei kaum vorgesehen. Dies soll sich nun ändern. Dank einer neuen, nationalen Plattform. Die Initiative kommt aus der Zentralschweiz.

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Bildlegende: Eigene Erfahrungen gaben der Zuger Theologin Regula Grünenfelder den Ausschlag für ihr Engagement. SRF

Bilder von erschöpften und verzweifelten Flüchtlingen in Europa lösen aktuell grosse Wellen der Betroffenheit aus. Auch bei uns. Viele Leute möchten ihre Hilfe anbieten, wissen aber nicht wie.

Die neu gegründete Plattform «Zivilgesellschaft in Asyl-Bundeszentren» will den Kontakt zwischen den Asylsuchenden in den Zentren des Bundes und der Bevölkerung fördern und koordinieren.

Bundeszentren funktionieren anders als kantonale

«Die Asylzentren des Bundes sind in aller Regel geschlossene Zentren weit weg von der Bevölkerung», sagt Regula Grünenfelder, Mitinitiantin der Plattform.

Aber genau wie in den offeren kantonalen Unterkünften, bräuchten auch die Asylsuchenden in Bundeszentren den Austausch mit der Bevölkerung. Menschen, die vorbei kommen, um zu helfen, zu unterstützen oder zu vermitteln seien wichtig, sagt Regula Grünenfelder weiter.

Eigene Erfahrung war der Anlass

Regula Grünenfelder ist Theologin und wohnt in Zug. Problematische Erfahrungen in der ehemaligen Asylunterkunft Eigenthal im Kanton Luzern waren Anlass für ihr Engagement. «Wir wollten mit Kuchen zu den Asylsuchenden, uns wurde der Zutritt verwehrt und wir wurden Zeugen, wie einem kranken Kleinkind der Artzbesuch verweigert wurde».

Mit der neuen Plattform soll der Kontakt vereinfacht und besser koordiniert werden. Die Plattform soll als Drehscheibe fungieren zwischen Leuten die Hilfe brauchen und denen die helfen möchten. Sie wird in einem 40 Prozent Pensum betrieben und von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft getragen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr