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Zentralschweiz Frage nach einer Alternative zum Tiefbahnhof scheidet die Geister

Luzern muss für den Ausbau der Bahnhofzufahrt neben dem Durchgangsbahnhof auch eine zweite Variante in Betracht ziehen. Darauf pocht der Bundesrat. Er genehmigte den neuen Richtplan nur mit einem entsprechenden Vorbehalt. Dieser Plan B mit einem Ausbau am Rotsee wird kontrovers diskutiert.

Visualisierung des unterirdischen Durchgangbahnhofs
Legende: Visualisierung des unterirdischen Durchgangbahnhofs mit den vier zusätzlichen Gleisen. zvg

Für den Bund seien der unterirdische Durchgangsbahnhof in der Stadt Luzern und ein Ausbau am Rotsee zum heutigen Zeitpunkt als gleichwertig zu beurteilen. So steht es in einer Mitteilung, die der Bundesrat letzte Woche veröffentlicht hat. Die ober- und die unterirdische Ausbauvariante für die Zeit um 2030 sind bereits im gültigen nationalen Sachplan Verkehr aufgeführt.

«Luzern macht sich unglaubwürdig»

Seit dieser Meldung ist der Tief- bzw. Durchgangsbahnhof wieder auf der politischen Agenda des Kanton Luzerns. Die Luzerner CVP hat einen entsprechenden Vorstoss eingereicht. Der CVP-Fraktionschef Ludwig Peyer ist entschieden dagegen, dass Luzern eine zweite Variante vorschlägt. «Wenn wir jetzt plötzlich einen Plan B hervor nehmen, dann machen wir uns unglaubwürdig gegenüber dem Bund und hinterfragen unser Projekt für das wir uns seit Jahren stark machen.» Luzern solle seine Energie weiterhin konsequent und ausschliesslich für die Realisierung des Durchgangbahnhofs aufwenden.

«Lieber den Spatz in der Hand»

Die Luzerner SVP hat sich in der Vergangenheit stets für eine zweite Variante stark gemacht. Sie fühle sich nun durch den Bund bestätigt in ihrer Meinung, sagt Fraktionschef Guido Müller. «Wir wollen lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Es besteht das Risiko, dass wir sonst gar nichts haben.» Zudem bestünden die Verkehrsprobleme jetzt und Lösungen die erst in 20 Jahren greifen seien nicht sinnvoll.

Das Projekt für einen Durchgangsbahnhof in Luzern für geschätzte 2,4 Milliarden Franken sieht einen unterirdischen Bahnhof mit vier Gleisen unter der heutigen Station vor. Ein Tunnel unter dem Vierwaldstättersee ab Ebikon sowie ein Tunnel unter der Neustadt sollen den neuen Bahnhof mit dem bestehenden Schienennetz verbinden.

Die zweite Variante im Sachplan des Bundes umfasst einen Ausbau des Gleises am Rotsee auf Doppelspur inklusive einer neuen Reussbrücke im Gebiet Fluhmühle. Neben kürzeren Tunnelabschnitten beinhaltet sie auch einen partiellen Dreispurausbau im Bereich der heutigen Doppelspur Gütsch-Luzern. Den Entscheid fällt das Eidgenössische Parlament 2018. Baustart wäre frühestens 2030.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Die Planer schlugen damals vor, dass das freiwerdende SBB-Gelände v. ca. 80 ha als Tourismuszone, Kulturzentrum, Wohnzone bebaut werden könnte. Der neue Bahnhof ausserhalb des Stadtzentrums würde den Innenstadtverkehr erheblich entlasten. Erstmalig in der Grundeigentumsgeschichte wurde unter dem oberirdischen Grundeigentum der Stadt ein unterirdisches profitables privates Baurecht erteilt. Die SBB hat nichts davon. Nun soll dieses Monster noch mit Milliarden Bundesgeldern vergoldet werden. NEIN!
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Nach dem Bahnhofbrand 1971 haben sich Architekten/Verkehrsplaner/Landschaftsplaner uneigennützig zusammengesetzt, um das Kuriosum eines Sackbahnhofs für das kleine Luzern zu beseitigen. Die SBB-Kreisdir. III war einverstanden, dass es Sinn macht, endlich die Linien Zürich/Bern/Seetal/Brünig im Raum Fluhmühle/Emmenbrücke zusammenzufassen. Die SBB-Gen. Dir. Bern war unter Einfluss der City Vereinigung Luzern dagegen. Resultat: Riesiges Zentrums-Verkehrsaufkommen. Sehr hohe Bau- u. Mietkosten.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Dort wo die GRÜNEN, LINKEN u. NETTEN an der Macht sind, werden die Staatslasten immer nur noch teurer!
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