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Legende: Audio Unter freiem Himmel und doch Luft nach oben abspielen. Laufzeit 04:21 Minuten.
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 05.08.2019.
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Freilichtspiele Zentralschweiz Unter freiem Himmel und doch bleibt Luft nach oben

Bei drei grossen Freilichtspielen in der Region konnten die Erwartungen an die Zuschauerzahlen nicht erfüllt werden.

Ein Freilicht-Theater ist mit viel Aufwand verbunden. Die Vorbereitungen dauern Monate, wenn nicht Jahre, und die Bühne muss von Grund auf aufgebaut werden. Doch nicht immer wird dieses Engagement mit vollen Zuschauerrängen belohnt, wie drei Beispiele aus der Region zeigen.

Wenn es noch genügend freie Plätze hat, dann bucht der Kunde sehr kurzfristig.
Autor: Christoph RisiProjektleiter Freilichtspiele Luzern

Die Freilichtspiele Luzern lockten diesen Sommer 3500 Leute weniger an als bei der letzten Produktion im Jahr 2017; in Ennetmoos im Kanton Nidwalden hatte das Stück «Die schwarze Spinne» mit Wetterpech zu kämpfen; und für Winnetou in Engelberg gab es in den bisherigen Vorführungen stets noch freie Plätze.

Internet und Wetter

In Luzern suchen die Organisatoren aktuell nach Gründen für den Rückgang an Zuschauerinnen und Zuschauern. Einen sieht Projektleiter Christoph Risi im auch sonst grossen Sommer-Unterhaltungs-Angebot. Zudem falle ihnen auf, dass die Leute wegen des Internets die Tickets immer kurzfristiger kaufen. «Besonders wenn es noch genügend freie Plätze hat, lassen sich die Kunden Zeit», so Risi.

Zwischen Eigenanspruch und Unterhaltung

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Bei allen drei Freilichtspielen wurde die Erfahrung gemacht, dass es eine gewisse Diskrepanz zwischen den hohen Qualitätsansprüchen der Macher und dem Unterhaltungswert fürs Publikum gibt. Christoph Risi von den Freilichtspielen Luzern etwa meint, dass die Leute sich weniger in ein Stück wie Shakespeares «Was ihr wollt» einlesen als früher. Das bedinge es aber meist, um die Umsetzungen von Stücken des Schriftstellers zu verstehen.

Beim Winnetou in Engelberg haben die Macher gemerkt, dass es sogar beim unterhaltsamen Karl-May-Klassiker schwierig ist, den Spagat zwischen Originaltreue und möglichst viel Unterhaltungswert zu schaffen.

Die Ennetmoser Interpretation der «schwarzen Spinne» befasst sich auch mit aktuellen Problemen der Landwirtschaft, deshalb sei sie gerade bei Leuten aus bäuerlichem Umfeld gut angekommen, so die Macher. Andere hätten mit der zeitgenössischen Umsetzung jedoch weniger anfangen können.

Bei «Winnetou und der Ölprinz» in Engelberg seien die Besuchszahlen ein Stück weit unberechenbar, wie der Marketingverantwortliche Florian Niffeler sagt. Allerdings nicht wegen des Internets, sondern weil einige Gäste eben erst vor Ort ihr Ticket kauften. «Deshalb kann die Zuschauerzahl stark variieren», meint Niffeler.

Eine schwarze Null

Bei der «schwarzen Spinne» in Ennetmoos habe das Wetter nicht mitgespielt. Und deshalb blieben die Zuschauerränge nicht gefüllt, sagt Co-Produktionsleiterin Jana Avanzini. Dank einer starken letzten Woche habe es finanziell trotzdem eine schwarze Null gegeben.

Trotzdem sind alle Organisatorinnen und Organisatoren mit ihren Freilicht-Produktionen zufrieden. Alle sprechen davon, dass ihre inhaltlichen Erwartungen übertroffen wurden, was sich auch an den positiven Rückmeldungen zeige. Über die nirgendwo ganz zufriedenstellenden Zuschauerzahlen lässt dies aber nicht hinwegtäuschen.

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