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Gassenarbeit-Leiterin Franziska Reist: «Alles muss extrem geregelt ablaufen»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 23.03.2020.
abspielen. Laufzeit 04:49 Minuten.
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Gassenarbeit Luzern Drogenabhängige in Not: Der Stoff wird knapp

Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf Drogenabhängige. Nun sollen mehr Zugang zu einem Methadonprogramm erhalten.

Die Hygiene- und Abstandsregeln sind für eine Institution wie die Luzerner Gassenküche, die Drogenabhängige und Obdachlose betreut, eine besondere Herausforderung. Man habe den Betrieb umgestellt, sagt die Geschäftsleiterin der Luzerner Gassenarbeit, Franziska Reist: «Wir lassen viel weniger Leute auf einmal hinein, wir müssen sie im ganzen Gebäude verteilen.» Denn praktisch alle Kundinnen und Kunden gehörten zur Risikogruppe, sie haben häufig ein geschwächtes Immunsystem. Die Gassenküche, Duschplätze, Wäschemöglichkeiten oder auch die Räume, wo Drogen konsumiert werden, sind im Moment nur gestaffelt benutzbar.

Abhängige haben Mühe, das Virus richtig einzuschätzen

Für Drogenabhängige ist die Situation zum Teil hart: Wegen der geschlossenen Grenzen werde der Stoff knapp: «Deshalb schauen wir mit dem Drop-In, dass einige Abhängige in ein Methadonprogramm wechseln können. Das könnte eine grosse Entlastung für sie sein.»

Grundsätzlich funktioniere die Gassechuchi mit den neuen Regeln aber gut, sagt Reist. Einige Drogenabhängige hätten jedoch Mühe, weil sie zum Beispiel das Gefühl hätten, sie seien ohnehin schon krank und eine Corona-Erkrankung wäre «einfach nur ein weiteres Leiden». Es fehle manchmal an Selbsteinsicht, weil bei einigen ihre Sucht zuoberst stehe.

Obdachlose mit Fieber werden abgewiesen

Besonders schwierig ist die Situation auch für Obdachlose. Die Notschlafstelle hält ihren Betrieb zwar aufrecht. Es werde vor dem Eintritt bei allen die Temperatur gemessen, sagt Heinz Spichtig, Geschäftsleiter des Vereins Jobdach, der die Notschlafstelle betreibt. Wer Fieber habe, den müsse man abweisen. Deshalb sei man jetzt daran, Isolationszimmer zu organisieren: «Wir haben in Aussicht, eine leerstehende Liegenschaft übergangsmässig zu mieten.» Damit man personell dieses Angebot betreiben kann, brauche es die Hilfe des kantonalen Führungsstabes. Ein Antrag sei gestellt.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr; vogb

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Man ist sich garnicht so bewusst, was diese Einschränkungen alles nach sich zieht.
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  • Kommentar von Joseph De Mol  (Molensepp)
    Etwas hanebüchene Berichterstattung! "Da die Grenzen dicht sind, wird der Stoff knapp". Die Grenzen sind per Gesetz und per se für diese Art Stoff, von der SRF hier spricht, jederzeit und immer hermetisch geschlossen. Dennoch blüht der Drogenschwarzmarkt seit Jahr und Tag. Dieser hocheffiziente, hochprofessionelle Handel hat jahrzehntelange Erfahrung damit, wie man - absolut skrupellos und mit allen Markt-Wassern gewaschen - die Illegalität nutzt, um damit Milliardenumsätze zu erzielen! Immer!
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