Georg Stucky: «Marc Rich war nicht einfach geldgierig»

Der Zuger Alt-Regierungsrat und -Nationalrat Georg Stucky bedauert den Tod des Rohstoff-Händlers Marc Rich. Das Bild vom geldgierigen Mann mit Verfolgungswahn stimme nicht. Georg Stucky hatte als Regierungsrat Rich jahrelang vor der US-Justiz geschützt. Derzeit ist er Präsident der Rich-Stiftungen.

Georg Stucky und Marc Rich im Jahr 2002 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Georg Stucky (links) und Marc Rich 2002 an einer Preisverleihung. Keystone

Mit Bedauern habe er vom Tod von Marc Rich Kenntnis genommen, erklärt der Zuger Alt-Politiker Georg Stucky im Gespräch mit dem Regionaljournal Zentralschweiz. "Ich hatte als Regierungsrat, später als Stiftungsrat und Jurist immer wieder mit Marc Rich zu tun und habe ihn geschätzt."

Von 1975 bis 1990 sass der Zuger FDP-Politiker Stucky in der Zuger Regierung. In dieser Zeit gehörte der Zuger Rohstoffhändler Marc Rich für die US-Justiz zu den meistgesuchten Verbrechern. Stucky setzte sich jahrelang für seinen Steuerzahler ein, verhinderte Auslieferungen.

Später übernahm der heute 82-jährige Jurist die Mandate als Stiftungsratspräsident für Marc Richs Stiftungen. "Ich habe Marc Rich nie als übertrieben gehetzten und geldgierigen Menschen erlebt", betont Georg Stucky im Gespräch. Der Rohstoffhändler habe sich wenig aus Geld gemacht, ihm sei vor allem der Erfolg wichtig gewesen.