Gurschengletscher am Gemsstock wächst dank Vlies

Als erster Gletscher der Schweiz wurde vor acht Jahren der Gurschengletscher oberhalb von Andermatt mit Plastikvlies abgedeckt. Seither ist der Gletscher wieder gewachsen und auf dem Stand des Jahres 1992.

Ein Gletscher wird mit einem Plastikvlies abgedeckt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit 2005 wird der Gurschengletscher am Gemsstock mit Vlies bedeckt. Keystone

Das Vlies bringt dem Gurschengletscher am Gemsstock einen Gewinn von 1,5 Metern pro Jahr. Dies ist das Resultat einer wissenschaftlichen Studie. Deshalb wird das Vlies «auch in Zukunft zum Einsatz kommen», sagt Carlo Danioth, der Pistenchef der Gemsstockbahn.

Die Abdeckung des Gletschers mit einem Vlies spart auch Geld. 50'000 Franken kostet das Vlies. Deutlich teurer - 200'000 Franken - wäre die Erzeugung von Kunstschnee, bei der Kosten durch Strom und Wasser anfallen.

Plastikvlies macht Schule

2005 wurde am Gemsstock das erste Plastikvlies der Schweiz im Sommer über einen Gletscher gelegt, um dessen Rückgang aufzuhalten. Wurde die Idee von Pistenchef Carlo Danioth zuerst belächelt und kritisiert, decken mittlerweile auch andere Schweizer Bergbahnen ihre Gletscher mit Kunststoff ab, genauso wie der Schweizerische Alpenclub SAC.