Häufige Störungen beim «Regioexpress» von Luzern nach Bern

Schuld an den vielen Störungen ist in erster Linie das rund 40 Jahre alte Rollmaterial. Ein schneller Ersatz ist nach Angaben der BLS aber nicht möglich.

Blick aus dem Führerstand auf die Gleise des Bahnhofs Bern Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer in Bern in den Regioexpress nach Luzern einsteigt, muss oft mit technischen Problemen rechnen. Keystone

Der Regioexpress verkehrt stündlich zwischen Luzern und Bern. Wie der Luzerner Regierungsrat in einer Antwort auf eine Anfrage von Kantonsrat Ludwig Peyer (CVP) schreibt, waren im letzten Jahr 96 Verbindungen von einer Störung betroffen. Genau jeder dritte Vorfall geht auf eine Störung der Triebfahrzeuge zurück. 29 Störungen gab es wegen Naturereignissen, 12 wegen Problemen mit den Sicherheitsanlagen.

Probleme mit Verlängerungen

Die Triebfahrzeuge funktionieren vor allem dann nicht wie sie sollten, wenn in den Stosszeiten die regulären Kompositionen verlängert werden. Ein Weglassen der Verstärkungsmodule sei aus Kapazitätsgründen aber nicht möglich, schreibt der Regierungsrat. Schlecht ist auf der Linie die Verspätungsstatistik. Weniger als 91 Prozent der Regioexpresszüge verkehren pünktlich oder mit einer Verspätung von weniger als drei Minuten.

Die BLS setzt auf der Linie ehemaliges SBB-Rollmaterial ein, das 1973 bis 1975 als «Swissexpress»-Züge in Betrieb genommen wurde. Man sei sich einig, dass nur ein Ersatz des Rollmaterials eine nachhaltige Verbesserung ermögliche, schreibt der Luzerner Regierungsrat.

Neue Züge wohl erst in sechs Jahren

Für den öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern ist der Verkehrsverbund Luzern zuständig. Der Regierungsrat schreibt in seiner Antwort, dass der Verkehrsverbund alles daran setze, damit das Rollmaterial zwischen Luzern und Bern «so frühzeitig wie möglich» ersetzt werde, auch wenn es noch verschiedene offene Punkte gebe. Neue Züge dürfte es indes erst in sechs Jahren geben. BLS-Sprecher Michael Blum sagte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, es werde einen ordentlichen Ersatz auf 2020 geben. Gemäss Blum wollte die BLS das Rollmaterial des Regioexpress vorgezogen im 2016 ersetzen. Weil sich die Normen verändert haben, könnten aber Züge, die die BLS bereits im Einsatz hat, nicht nachbestellt werden.