Frostschäden «In gewissen Betrieben wird die Obsternte total ausfallen»

Sonne und Wärme vor Ostern und der Kälteeinbruch danach haben den Reben und Obstbäumen stark zugesetzt. Die Produzenten müssen dieses Jahr mit massiven Ernteausfällen rechnen. In der Zentralschweiz sind neben Reben vor allem auch Kirschen-, Zwetschgen- oder Birnenbäume betroffen.

Der Direktor des Schweizer Obstverbandes, Georg Bregy, sagt gegenüber SRF News, dass auch die Zentralschweiz zu den stark betroffenen Regionen gehört:

  • Vor allem Steinobst (Zwetschgen und Kirschen), aber auch Birnen und etwas weniger die Apfelbäume hätten stark gelitten.
  • In gewissen Betrieben werde die Ernte 2017 total ausfallen. «Es reicht nicht einmal für eine Chriesi-Wähe», sagt Bregy. Diese Betriebe seien in ihrer Existenz bedroht.
  • Der Obstverband hat viele Meldungen von Betrieben erhalten, will aber eine Umfrage starten, um das genaue Ausmass der Schäden zu erfassen. Das brauche Zeit, weil die Schäden zum Teil noch gar nicht genau eingeschätzt werden könnten.
  • Die Folgen des Frostes verursachen in der ganzen Schweiz Schäden von mindestens 50 Millionen Franken, so Schätzungen des Obstverbandes. Für die Region Zentralschweiz könne man den Betrag noch nicht beziffern.
  • Es werden heuer weniger Obstmengen erwartet. Ob die Ernteausfälle den Preis für Schweizer Obst in die Höhe drücken werden, sei noch offen. Der Schweizer Markt sei stabil. Notfalls müsse man mit Import den Bedarf abdecken.

Das ganze Gespräch mit Georg Bregy, Direktor des Schweizer Obstverbandes, ist als Audio zu hören: